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Produkt-Bild: Schall und Wahn

Schall und Wahn von Tocotronic

Audio CD von Vertigo Berlin (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 17,65, Angebote ab EUR 6,17

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Schall und Wahn

Tracks:

  • EURE LIEBE TÖTET MICH
  • EIN LEISER HAUCH VON TERROR
  • DIE FOLTER ENDET NIE
  • DAS BLUT AN MEINEN HÄNDEN
  • MACHT ES NICHT SELBST
  • BITTE OSZILLIEREN SIE
  • SCHALL UND WAHN
  • IM ZWEIFEL FÜR DEN ZWEIFEL
  • KEINE MEISTERWERKE MEHR
  • STÜRMT DAS SCHLOSS
  • GESANG DES TYRANNEN
  • GIFT

Aus der Amazon.de-Redaktion


Der einst in der heutigen Bundeshauptstadt lebende David Bowie schuf mit Brian Eno in den 70er Jahren mit den epochalen Alben Low, Heroes und Lodger eine Berlin-Trilogie. Der Begriff fällt nun auch im Zusammenhang mit Tocotronic, denn nach Pure Vernunft darf niemals siegen und Kapitulation weist auch Schall und Wahn Bezüge zu Berlin auf: Hier wurden alle drei Alben der vom Diskurs-Rock zum mehr poetischen Pop geschwenkten Gruppe aufgenommen, hier wurde Gitarrist Rick McPhail als zweiter Gitarrist vollwertiges Bandmitglied und vor allem liefen alle Werke durch das Mischpult vom Produzenten Moses Schneider. Mit ihm wurden die herb-charmanten, krachigen, dilettantischen und bisweilen hölzern wirkenden Songs eleganter, vielschichtiger und musikalisch spannender - auch wenn die Tocos schon auf ihrem weißen Album Tocotronic andeuteten, dass sie anders können. Textlich stand das Quartett um Songschreiber Dirk von Lowtzow eh jenseits allen Zweifels. So wie auch Ton Steine Scherben irgendwann aufhörten Parolen wie ?Macht kaputt was euch kaputt macht? zu formulieren, so verzichten auch Tocotronic nun vermehrt auf Schlagworte. Die Band, die nicht nur Teil einer Jugendbewegung sein wollte, sondern eine Jugendbewegung rekrutierte, ist nämlich erwachsen geworden in Bild, Ton und Sprache. Es macht Spaß, die zwölf abwechslungsreichen Stücke zu hören. Reicht das Spektrum doch vom ausufernden und 8-minütigen ?Eure Liebe tötet mich? in bester Crazy-Horse- und Grunge-Manier zu feinem Pop, von rumpelnden Rock zu Streichern-Arrangements des Komponisten Thomas Meadowcroft wie Bläser-Passagen von Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels (JaKönigJa). Epen und Eruptionen, alles ist dabei. Die Texte sollen andere in stundelangen Analyse-Treffen sezieren und interpretieren, aber die akustischer Chamber-Pop-Nummer ?Im Zweifel für den Zweifel? ist große Lyrik. Ein flammender Appell, nicht immer den so bequemen und angstfreien Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. - Sven Niechziol

Produktbeschreibung


Im tocotronischen Universum ist ein Fieber ausgebrochen.
Es ist glühend, ansteckend und bringt das Bewusstsein unaufhaltsam durcheinander. Außerdem und im besten Fall kann es zu wahnhaften Zuständen führen. Denn das Gebot des neuesten Tocotronic-Albums lautet: Nicht zur Besinnung kommen! Sondern im Gegenteil: Sich reinsteigern! Bis man die Bodenhaftung verliert.
Schall und Wahn ist nach Pure Vernunft darf niemals siegen und Kapitulation das letzte Album der Berlin-Trilogie und ein entfesselter Aufbruch in ein neues Jahrzehnt.
In zwölf hell und finster leuchtenden Liedern entwerfen Tocotronic eine wahrhaft infernalische Welt, die von Liebe und Verbrechen beherrscht wird, vom Guten wie dem Bösen. Sie erzählen von der Ambivalenz des Schmerzes und von wohlbekannten Lastern wie Neid, Feigheit und Gier.
Selbst die Konventionen des Lovesongs haben Tocotronic mit ihrem schönen Gift infiziert. Denn Liebe ist hier weder rettendes Glücksversprechen, noch schmerzhaftes Scheitern. Die neue Tocotronic-Liebe ist vielmehr eine ungestüme und zerstörerische, aber gleichzeitig kreative Kraft.
Ja, wirklich, die Blumen des Bösen wachsen hier in den prächtigsten Farben. Doch wer glaubt, Tocotronic habe sich in eine Welt shakespear?scher Tragödien oder gar in die moralischen Abgründe exzentrischer Dandys geflüchtet, irrt. Wenn auch das neue Album entschieden weniger gegenwartsdiagnostisch klingt als die Manifest-Platte Kapitulation, so beschreibt es doch keineswegs eine Flucht ins Private. Schließlich liegen in den tocotronischen Überschreitungen nur allzu wahre Erkenntnisse über die Verstrickung von Liebe und Macht und den neurotischen Überschuss von Gefühlen. Oder auch über die ganz alltäglichen gesellschaftlichen Anrufungen und inneren Dämonen, denn die Folter endet nie.

Aufgenommen wurde Schall und Wahn, wie schon die beiden Vorgängerwerke, zusammen mit dem Produzenten Moses Schneider in Berlin. Dieser experimentierte wie ein mad professor mit den Möglichkeiten eines erweiterten Raumklangs, was der Platte eine geradezu cinemascope-hafte Größe verleiht. Live eingespielt, wurden die Songs von den fließenden Streicherarrangements des Komponisten Thomas Meadowcroft noch zusätzlich ausgedehnt. Und Dirk von Lowtzow, Jan Müller, Rick McPhail und Arne Zank präsentieren sich als Band geschlossener und eingeschworener denn je.
Mitunter hat man wirklich das Gefühl, dieser Rock spiele sich wie von selbst. So gibt es viel Raum für Improvisationen, delirierende Instrumentalstrecken, elegant donnernde Rhythmen und aufwühlende Gitarrengewitter.

Auch wenn in alter Tocotronic-Tradition wieder einige Verneinungsformeln proklamiert werden, ist die Zeit der Gewissheiten vorüber. Zumindest wird Im Zweifel für den Zweifel als emotionale Wahrheit der Stunde besungen.
Schall und Wahn ist Tocotronics bisher heftigste Propagierung von Zwischenstufen, Ich-Auflösung und Vielheit. Es ist ein loderndes Zwitterwerk ? hin-und hergerissen zwischen gesellschaftlichem Statement und individuellem Spleen, zwischen klassischer tocotronischer Negation und Überwindung derselben, zwischen kreativem Akt und Zerstörung, Wach-Sein und der Sprache des Unbewussten.
Doch vor allem haben Tocotronic ein Album über Musik gemacht. Über die Kraft des Schalls...zu erklingen, sich auszubreiten und uns fort zu tragen, dem Flug der Töne zu folgen, wohin auch immer.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Es ist einfach...
1 Punkte 1 von 5 Punkten
nur noch Popmusik.
Man schaltet das Radio aus, um Bands wie Silbermond und Rosenstolz nicht hören zu müssen, und dann kommt sowas aus dem CD-Player. Ich war treuer Fan der ersten Stunde. Beim letzten Studioalbum hatte ich noch nicht kapituliert. Jetzt schon.
"Schall und Wahn" ist ein musikalischer Weichspüler und hat mit Rockmusik nichts mehr zu tun.
Schade.
Die Seele ist flöten gegangen
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Der Künstler, die Gesellschaft, der Konsum, das System und die Zwänge ... HURZ!!! Mann, macht euch mal wieder locker! Sollte man dem Songschreiber vielleicht raten: "Mach es nicht selbst?"
Auch ich finde - wie viele vor mir - nur "Im Zweifel" genial. Der Rest ist definitiv gut hörbar, aber es begeistert nicht wirklich. Und nun haben wir ein interessantes Phänomen: Die Kritiker sind insgesamt begeisterter als die Fans. Wer Dirk gerne schöne Stücke singen hört, dem sei Phantom/Ghost dringend empfohlen (mittlerweile viel besser!).
Leider enttäuschend
2 Punkte 2 von 5 Punkten
...das war nix! Das lang ersehnte Album blieb für mich leider ohne jeden denkbaren Höhepunkt, die Titel wirken flach und langeweilig.

Bitte wieder eine Kapitulation!
ein song gegen die durchschnittlichkeit
2 Punkte 2 von 5 Punkten
selbstverfangen und repitatives gebährden, alt gewordene menschen. grenzt schon an angeblich gehasstes muckertum, nur mit einer bräsigen hülle "kunst". eine band gefangen im eigenen korsett, in der halbherzigen und sterilen theoretisierung ihres alltag. ausnahme ist die aktuelle single "im zwiefel für den zweifel", immerhin ein glimmen, aber das einzige, das sich im ansatz dem kreativen abbau widersetzt, in den sich tocotronic durch ihre ideologische demagogik ziehen. was fehlt ist klar: frische, witz, schwung. nur, der erfolg, also der kommerzielle, gibt ihnen, was sonst, recht. na dann.

aber immerhin, die zeichen für einen neuerlichen bruch stehen jetzt gut, wäre da nicht nur dieser mangel an leben um die menschen herum. desweiteren waren die grossen werke, "digital ist besser" und "tocotronic", bekanntermassen gruppenwerke über das tocotronische alltagsnetz hinaus, mit sehr viel erfrsichender und weitender einbringung vielleicht solcher, denen diese jungs nicht die wasser reichen können. so bleibts vermutlich beim verschenkten sprachlichen talent und der hoffnung auf einen dritten knaller.
Huldigt dem Feedback
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich habe letztens nachgedacht. Ja, auch das kommt vor. Die Frage, die ich mir selbst stellte: Wann haben Tocotronic eigentlich angefangen mit diesem "neuen" Stil der letzten Alben? Die Anwort ist einfach: Als Rick McPhail die Bühne betrat. 2000 wurde er Roadie von Tocotronic, zwei Jahre später folgte das erste Album der neuen Ära der Band, ganz schlicht selbstbetitelt und von einer ebensolchen Erhabenheit. Mit "Pure Vernunft darf niemals siegen" wurde das Konzept weitergesponnen, die Musik gleichzeitig reduziert. Auf "Kapitulation", der besten Platte, die Tocotronic jemals gemacht haben, durfte dann auch mal gelärmt werden. Bei "Schall & Wahn" wird das jetzt fortgesetzt.
Wer die Konzerte der Kapitulation-Tournee gesehen hat, der weiß, dass am Ende von "Freiburg" ein minutenlanges Feedback- und Krachgewitter stand. Ein ebensolches begleitet den Hörer auf vielen der zwölf Songs aus "Schall & Wahn". Etwa auf dem Album-Opener "Eure Liebe tötet mich". Was als ruhiger Pop-Song beginnt dehnt sich über acht Minuten aus zu einem Rock-Monster. "Stürmt das Schloss" besteht von der Musik her aus nichts anderem (und ist vermutlich auch deshalb ein wenig anstrengend). Und ganz am Ende des acht-minütigen Outros "Gift", da werden die Gitarren von Streichern weggeblasen. Erwartet uns also als nächstes ein Scott-Walker-Album?
"Schall & Wahn" konnte nicht so groß werden wie "Kapitulation", ist aber auch nicht viel schlechter. Denn vieles auf "Schall & Wahn" wirkt wie "Kapitulation 2", was nicht weiter schlimm ist. Einen Bruch, wie "Kapitulation" gegenüber "Pure Vernunft darf niemals siegen" darstellte, war einfach nicht zu erwarten. Dafür hat die Band jetzt den Humor entdeckt und erinnert damit an "Räuber und Gedärm" von Die Sterne. "Macht es nicht selbst" und vor allen Dingen "Bitte oszillieren Sie" ist genialer Unfug.
Zwischendurch ist "Schall & Wahn" auch ruhig. "Das Blut an meinen Händen" etwa ist gruselig schön, besonders wenn am Ende der Background-Gesang einsetzt. "Im Zweifel für den Zweifel" ist sogar ein Folk-Pop-Song, Das war's aber auch mit der Ruhe. Bei "Schall & Wahn" bleibt vor allen Dingen der Krach in Erinnerung.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Kapitulation

Kapitulation von Tocotronic

Audio CD von Vertigo Be (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 6,97, Angebote ab EUR 5,68

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Juli 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Kapitulation

Tracks:

  • Mein Ruin
  • Kapitulation
  • Aus Meiner Festung
  • Verschw?r dich gegen dich
  • Wir sind viele
  • Harmonie ist eine Strategie
  • Imitationen
  • Wehrlos
  • Dein geheimer Name
  • Sag alles Ab
  • Luft
  • Explosion

Produktbeschreibung


KAPITULATION

Aus der Amazon.de Redaktion


Uff! Eine Platte Kapitulation zu nennen, das ist schon mutig. Vor allem nach den vierzehn Jahren, die die Ende 93 in Hamburg gegründeten Tocotronic nun schon dabei sind. Vor allem aber nach der großen Enttäuschung Pure Vernunft darf niemals siegen. Auf dem kommerziell erstaunlich erfolgreichen Album hauten die Tocos mit ?Aber hier Leben, nein danke? zwar wieder einen ihrer typischen Slogan raus, ansonsten quälen sie einen doch mit rätselhaften, mythischen Texten und schwacher Musik. Damals wie auch diesmal gingen die zum Quartett angewachsenen Tocotronic mit dem Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks) in Berlin ins Studio. Man scheint sich richtig eingegroovt zu haben, denn wie gut diese Platte schon nach ein paar Sekunden tut, die mit dem polternden ?Mein Ruin? nicht besser eröffnet hätte werden können. Den verschwurbelten Fantasy-Wald des Vorgängers haben Tocotronic verlassen, jetzt wird zu konkrete Texten gerockt, und so gelöst klang die Gruppe um Sänger und Songschreiber Dirk von Lowtzow noch nie.
Der totale Kontrast zum Titel Kapitulation, dem überragenden Werk ihrer Karriere, das den harten Momenten immer wieder eine intime Zartheit (?Wir sind viele?, ?Harmonie ist eine Strategie?) gegenüber stellt. Geblieben ist die vertraute Nein-Sager-Haltung, die Oppositionsrolle, in die sich Tocotronic begeben. Es herrscht zwar gute Laune im Land, das vor kurzem noch in Jammertränen ersaufen zu schien. Nichts gegen Aufschwung und Stimmungshoch, aber ist der Preis wie Dauerdruck im Beruf, Verlust der Selbstfindung, angepasstes Funktionieren, der Zerfall einer Solidargemeinschaft in immer gleichgültigere Einzelteile, eine sich ausbreitende Ängstlichkeit allem Fremden gegenüber nicht viel zu hoch? Alles keine Gründe für eine Kapitulation, aber mindestens Grund zum Insichkehren und Luftholen. Oder wie es in ?Luft? heißt: ?Ja, ich habe heute nichts gemacht. Ja meine Arbeit ist vollbracht?.
--Sven Niechziol
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Das sind nicht mehr die Toco's aus den 90ern...zum Glück
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieses Album ist ein Tocotronic - Maßanzug, sitzt wie angegossen. Die Texte sind weitgehend frei von simplen plakativen Slogans sondern lassen durch die Verschwurbelung viel Spielraum für Selbstinterpretationen & Fantasie, sie sind zeitlos. Die Musik, die Arrangements und die Abmischung ist ausgefuchst, dramaturgisch verdichtet und trotzdem bleibt genug Entfaltungsspielraum. Alles fliesst harmonisch, ist verwoben jedoch ohne Kitsch und ausschweifende Gefälligkeit. Selbst verzerrte Gitarren fügen sich exakt und harmonisch in die Songs ein und lassen diese trotzdem nicht zu glatt und steril wirken, denn man hat auch Wert auf Klangästhetik gelegt. Ich habe mir die Doppel LP, also Vinyl, gekauft und dabei handelt es sich um eine hervorragend klingende (DMM-) Pressung.

Abzug für die schwächeren Songs und das es zur Vinylscheibe keinen MP3 Gutschein gibt.
Kapitulation - aber definitiv!
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Dieses Album von Tocotronic macht mir keine Freude! Ich finde sowohl Musik als auch Texte ziemlich deprimierend bis depressiv, und vor allem den Text vom Titelsong "Kapitulation" irgendwie schlecht.

Kann sein dass das Ganze einfach nicht meinem Geschmack entspricht und ich mich da "verkauft" habe (mir war die Band empfohlen worden)! Ich hatte mich zwar auf langsame Musik eingestellt, nicht aber auf Depri. Schon das Cover tut sein Übriges zu diesem Gesamteindruck dazu.

Sorry, nicht mein Fall!
Starkes Album
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mit dem Auot zweimal quer durch den Schwarzwald - und immer Tocotronics Kapitulation aus den Lautsprechern. Ein ausgeprochen gutes Tocotronic-Album, dessen Liedern mit tiefsinnigen und gewitzten Texten Stück für Stück Ohrwurmanspruch stellen. Und das eine oder andere Lied formt sich gar zu epischer Größe aus - das wäre auch mein Anspieltipp: Die mystisch aufgeladene und großartige Ballade "Harmonie ist eine Strategie". Ferner sind natürlich "Verschwör dich gegen dich" und "Mein Ruin" unglaubliche Nummern. Super Album - Grüße nach Hamburg!
Keine langen Worte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Harmonie ist eine Strategie" ist der beste Song des Albums und aller Alben vorher!!!!!!!!!!!!!!!! der Rest der Platte ist leider nur genial.
Süßer Schauer
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nach dem letzten Album der mittlerweile vierköpfigen Band fragte man sich, wie dies weitergehen solle. "Pure Vernunft darf niemals siegen" war ohne Frage eine großes Album. Dirk von Lowtzow schreibt lyrisch anmutende Geschichten, die verworrener scheinen, als sie sind und ziert sie zusammen mit seinen inzwischen technisch versierten Kollegen mit trüben bis geheimnisvollen Melodien. Der Bruch zu alten Werken war schon lange vollzogen und auch wenn ihnen das intellektuelle Kleid schmeichelt, hatte man doch Angst, Tocotronic würden sich selbst durch eine Steigerung ins Abseits des Pops manövrieren.

Aber was bekommt man von dem Album zuerst zu hören? Überraschend Aggressives wie "Sag alles ab!" und wunderbar mit alten Lorbeeren geschmücktes wie das Titelstück "Kapitulation". Da waren die Gitarren und das offensichtlich Trotzige, dass man einst liebte und seit "K.O.O.K." durch gesittetes Verhalten ersetzt sah. Es ist fast wie eine teilweise Rückbesinnung.

Das allein ist aber nicht Thema des Albums. "Meine Festung" zeigt wie stark "Pure Vernunft..." noch präsent ist, genauso wie die beißende, fast zynische Natur der Texte, die spätestens seit dem "weißen", selbstbetitelten Album einsetzte und viel subtiler mit der Gesellschaft und der Welt abrechnet, als noch in Zeiten von "Digital ist besser" oder "Wir kommen um uns zu beschweren". Wobei die Inhalte weniger diffus und leichter zugänglich sind, ohne den lyrischen Charakter zu verlieren. Die oberflächliche Fröhlichkeit, die man teils durch die markante, erzählerische Stimme von Lowtzows vermittelt bekommt, ist zwar obsolet und nur selten wahr, dennoch zieht sich durch das gesamte Album eine mitreißende, süße Ästhetik.

Die Produktion ist klar und unterstreicht das Frische, Abwechslungsreichere, das "Kapitulation" ausmacht. Das als Pop durchgehen zu lassen, fällt besonders bei Liedern wie "Wir sind viele" schwer, die extreme Gitarrensoundlandschaften aufbauen ohne ausschweifend zu wirken. Die Ähnlichkeit zu The Smiths, die vor allem bei "Imitationen" gesehen werden will, sei einmal dahingestellt.

Wieder einmal werden die einen das Album hassen, die anderen darin aufgehen. Tocotronic Freunde werden die Entwicklung, die bemerkbar aber nicht zu hart ist, zu schätzen wissen. Andere werden sich über Texte wie "Dein schön ist mein schön" die Haare raufen und rufen "GANZ SCHLIMM!" Ersteren wird vor allem bei dem großartigen Schlussstrich das Herz aufgehen, das sich aufbaut um dann charmant zu enden, und Dirk von Lowtzow dazu propagiert: "ALLES EXPLODIERT! KEIN WILLE TRIUMPHIERT!" Er muss einfach Recht haben.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Best of Tocotronic

Best of Tocotronic von Tocotronic

Audio CD von Rock-O-Tronic (Indigo)
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 14,22

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: November 2005
Zoom ± Produkt-Bild: Best of Tocotronic

Tracks:

  • Meine Freundin und ihr Freund
  • Ich m?chte Teil einer Jugendbewegung sein
  • Freiburg
  • Dr?ben auf dem H?gel
  • Digital ist besser
  • Du bist ganz sch?n bedient
  • Die Welt kann mich nicht mehr verstehen
  • So Jung kommen wir nicht mehr zusammen
  • Bitte gebt mir meinen Verstand zur?ck
  • Sie wollen uns erz?hlen
  • Dieses Jahr
  • Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen
  • Let There Be Rock
  • Jackpot
  • Die Grenzen des guten Geschmacks 2
  • This Boy Is Tocotronic
  • Hi Freaks
  • Free Hospital
  • Aber hier leben, nein danke
  • Gegen den Strich
  • Pure Vernunft darf niemals siegen
  • Pure Vernunft darf niemals siegen (Lawrence Remix)

5 Kundenrezensionen:

Dann doch lieber Technotronic
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Kurz und knapp:
Schreckliches, pseudointellektuelles Geschwafel, lieblos in die Indieschrammeltüte gewurstet. Zielgruppe: Studenten in Trainingsjacken mit Mireille Mathieu Frisuren, die ihre Klamotten voll true auf dem Flohmarkt kaufen und später mal Sportlehrer oder Key Account Manager werden. Musikalisch wird ebenfalls nichts als Langeweile geboten, den Songs fehlt es an Dynamik und großen Momenten, der Gesang klingt nölend und gelangweilt, vermutlich sogar aus Coolnessgründen beabsichtigt. Am schlimmsten bleiben aber die Lyrics.
Man lese nur einen Textauszug:

Ich mag's wenn sich die Wut entfacht
Und ich mag Deine Zaubermacht
Ich mag die Tiere nachts im Wald
Wenn sie flüstern, dass es schallt
Ich mag den Weg, ich mag das Ziel
Den Exzess, das Selbstexil
Ich mag erschaudern und nicht zu knapp
Ich gebe jedem etwas ab

Live durfte ich die Combo leider ebenfalls im Rahmen eines popuären Festivals erleben und auch da konnten sie nicht positiv überraschen.

So, liebe Fans, nun werdet ihr wieder fleißig auf nicht hilfreich klicken, aber dadurch wird es nicht besser.
Überbewertet auch meine Meinung
2 Punkte 2 von 5 Punkten
Vorher muss ich erstmal sagen, dass ich mir das Album gekauft habe, um die Band kennen zu lernen. Als Einstieg also. Ich war aber, um ehrlich zu sein, etwas enttäuscht. Ich hatte gedacht, ich finde endlich mal eine deutsche Band, die man sich richtig gut anhören kann. Ein richtiges Aha-Erlebnis. Aber die Erklärungen der Songs in dem beiliegenden Heft waren schonmal abtörnend. Ziemlich möchtegern-intellektuell. Weiter gings dann mit der Soundqualität: ziemlich schlecht bis auf einige Ausnahmen. Die Musik selbst konnte mich auch nicht begeistern, die Songs sind für meinen Geschmack eintönig und nicht gerade melodisch. Für manche vielleicht indie-alternativ-upperclass. Für mich aber nichts. Ich gebe trotzdem zwei Sterne, weil die Musik mich nicht total abstößt, ich finde das Lied Jugendbewegung sogar ganz OK.
Ich hoffe die Tocotronic-Fans taufen jetzt keine Vodoo-Puppe auf meinen Namen ;-). Musik ist eben Geschmackssache.
Ideal für "Einsteiger" und Autofahrten...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es hat Vorteile, wenn die eigenen Kinder Musik ins Haus "schleppen", an die man mit 47 eher selten rankommt. Tocotronic gehört dazu. Die Musik durch die Ki-Zi-Tür machte neugierig. Die Texte dann beim 2. Mal hören und folgend immer mehr: stark! Sie lassen z.T. Erinnerungen an RIO wachwerden, auch wenn jetzt der Eine oder Andere Augen verdrehend den Kopf schüttelt.
Die nächsten CD's von T. wanderten ins Haus. Es hat sich gezeigt, dass die Auswahl für die "The Best..." in Ordnung geht. Spiegelt die Bandbreite für den entsprechenden Zeitraum wieder. Und macht neugierig auf mehr.
Im April fahre ich die Meute zum T.-Konzert. Werd' mich im Separee von Tocotronic anstecken lassen, nur als Fahrer selbstverständlich...
GUTE SONGS, die man als Fan aber alle schon kennt...
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ehrlich gesagt, hätte ich mir die "Best of"-Platte nicht zugelegt, wenn ich gewusst hätte, wie sie klingt.

Natürlich sind die Toco-Hits alle mitdabei (auch wenn das eine oder andere meiner Meinung nach austauschbar wäre) und für jemanden, der noch nicht alle (oder die meisten) Tocotronic-Alben besitzt ist, diese Platte auch durchaus empfehlenswert.

Wenn man sie sich aber hauptsächlich wegen der 2. CD ("Raritäten") kaufen möchte, so rate ich doch eher davon ab.
CD Nr. 2 überzeugt selten. Nur die letzten paar Live-Aufnahmen sind wirklich gut geworden.
Die Live-Version von "Drüben auf dem Hügel" ist ein Witz. Sowas würde normalerweise nicht mal als "Bootleg" durchgehen. Naja...

Bitte versteht mich nicht falsch - ich bin ein absoluter Tocotronic-Fan; aber wenn man schon alle Alben hat, kommt man auch ohne diese Hit-Kollektion aus!

Die 3 Sterne gebe ich vor allem wegen der guten (aber bereits bekannten) Songs auf CD Nr. 1!!
Gelungenes Best-Of
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Die Scheibe sammelt alle Tocotronic-"Hits", die sich im Laufe ihrer 10jährigen Geschichte angesammelt haben, in chronologischer Reihenfolge und beschreibt damit in gelungener Form die Entwicklung einer in Deutschland schwer unterschätzten Band.
Die Songs sind erdig, nicht einfach zu schlucken und transportieren doch eine Eindrücklichkeit, wie man sie z.B. von der amerikanischen Band "The Maritimes" kennt.
Zusätzlich gibt es noch eine zweite CD mit einigen Live-Aufnahmen und einigen Demo-Versionen, die qualitativ natürlich mit den normal produzierten Songs nicht mithalten können. Insgesamt hält die Kompilation, was sie verspricht: ein Best-Of, von "Freiburg" bis "Hi Freaks", wunderbar, solider Rock, eben Tocotronic.
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: DIGITAL IST BESSER (+BONUSTITEL)

DIGITAL IST BESSER (+BONUSTITEL) von Tocotronic

Audio CD von Rock-O-Tro
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 11,64

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Oktober 2007
Zoom ± Produkt-Bild: DIGITAL IST BESSER (+BONUSTITEL)

Tracks:

  • Freiburg
  • Meine Freundin und ihr Freund
  • Ich glaube ich habe meine Unschuld verloren
  • Samstag ist Selbstmord
  • Dr?ben auf dem H?gel
  • Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk
  • An einem Dienstag im April
  • Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit
  • Drei Schritte vom Abgrund entfernt
  • Digital ist besser
  • Wie wir beide nebeneinander auf dem Teppichboden sitzen
  • Letztes Jahr im Sommer
  • Jungs, hier kommt der Masterplan
  • Hamburg rockt
  • Ich bitte dich
  • Ich weiss es nicht
  • Ich m?chte Teil einer Jugendbewegung sein
  • ?ber Sex kann man nur auf Englisch singen
  • Meine Freundin Und Ihr Freund (7"-Version, 1994)
  • Wir Sind Hier Nicht In Seattle, Dirk (7"-Version, 1994)
  • Letztes Jahr im Sommer (7"-Version, 1994)
  • Hamburg rockt (7"-Version, 1994)
  • Jungs, hier kommt der Masterplan (Studio, 1994)
  • Drei Schritte vom Abgrund entfernt (Live, 1995)
  • Digital ist besser (Live, 1995)
  • Ich glaube ich habe meine Unschuld verloren (Live, 1995)
  • Freiburg (Live, 2007)

5 Kundenrezensionen:

Über den Sternen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Was die jungs hier abliefern ist weit über den Sternen spießig deutscher Popunterhaltungsmusik (die diesen level nie erreichen wird), unvergleichlich trashiger, fercher Ausdruck einer modernen jugendkultur. Bedutsam für Hamburg und Deutschland wie Nirvana für Seattle, Doherty für Great Britain.
Erstlingswerk von Tocotronic
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Digital Ist Besser ist das erste Album von Tocotronic. Aufgenommen wurde es 1994 in nur wenigen Tagen im Soundgarden-Studio Hamburg. Eine Platte, die man nicht mehr missen möchte, hat man sie erst einmal gehört hat. Songs wie "Drüben Auf Dem Hügel", "Freiburg" oder "Jungs Hier Kommt Der Masterplan" gehören zu den Besten Songs von Tocotronic.
Geniales Debut, aber nicht das beste von Tocotronic
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Das Debut von Tocotronic habe ich erst in 2009 gehört, nachdem ich schon länger Fan von Tocotronic bin. KOOK und 'Es ist egal, aber' gehören zu meinen absoluten Lieblingslben. 'Digital ist besser' ist ein sehr gutes Debut mit wahren Perlen ('Freiburg', 'Die Idee...' ) aber auch manchen Stücken die zwar gut, aber nicht überragend sind. Die 'Low Fi' Atmosphäre kommt gut rüber, aber die ist ja auch teilweise auf 'Es ist egal..' noch vorhanden. Wer Toco Fan ist, muss dieses Album haben; wer nicht alles von den Tocos kaufen will, dem empfehle ich als Einstieg 'Es ist egal...'. Wegen mancher nicht überragender Songs 'nur' 4 Punkte. Zuguterletzt hinweisen möchte ich jedoch noch auf das zu Anfang recht spröde 'Ich bitte dich', das ein geniales Gitarrenriff hat. Darauf könnte man auch einen Welthit sampeln...
Debüt nach Maß!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein Riesen-Debüt(album) einer Riesen-Band!
SUPER!!
Wahrscheinlich überhaupt eines der besten Tocotronic-Alben, die's gibt.

1.Freiburg
Ich weiß nicht, warum ich mir dieses Lied immer wieder so gern anhöre... - die Live-Version (hab ich im Fernsehen mal gesehen) gefiel mir noch besser; die andere Live-Version (auf der "Best-of-CD") mit Arne an der Slide-Gitarre finde ich nicht ganz so toll.

2. Meine Freundin Und Ihr Freund
"Rockig", "fetzig", gut, wenn man Zerstreuung braucht...

3. Ich Glaube Ich Habe Meine Unschuld Verloren
Kurz, stichhaltig, auf den Punkt bringend, ebenfalls "rockig"...

4. Samstag Ist Selbstmord
Melodisch-langsamer Rhythmus, der schwerwiegend-schleppend wirkt, mir allerdings sehr gut gefällt - SUPER!

5. Drüben Auf Dem Hügel
Mein allererster Tocotronic-Lieblingssong. Nach wie vor ein "Ohrenschmaus"!

6. Wir Sind Hier Nicht In Seattle, Dirk
Hierzu gibt's auch einen Videoclip. OK!

7. An Einem Dienstag Im April
Arne Zank und Gitarre. Ich mag diese Nummer einfach...

8. Die Idee Ist Gut, Doch Die Welt Noch Nicht Bereit
Sehr gut. Der Text überzeugt (mich), die Melodie ebenfalls, auch wenn sie (stellenweise) langatmig wirkt - übrigens ein sehr alter Tocotronic-Song...

9. Drei Schritte Vom Abgrund Entfernt
Hat mir beim Wien-Konzert, live, besser gefallen. Nicht ganz mein Fall, aber OK...

10. Digital Ist Besser
Titelgebersingle für dieses famose Album. Manche Leute finden diese Nummer gut, ich auch!

11. Wie Wir Beide Nebeneinander Auf Dem Teppichboden Sitzen
Gefällt mir mittlerweile fast am besten (auf dieser Platte). Ich glaube, schon fast jeder Song hat mir auf dieser Scheibe schon mal "am besten" gefallen...

12. Letztes Jahr Im Sommer
Melancholie pur - typischer Tocotronic-Titel für diese Schaffensperiode. GUT!

13. Jungs Hier Kommt Der Masterplan...
...und was man alles machen kann. Geht ab wie eine Rakete. Dauert nicht allzu lange, was dieser Nummer aber, glaube ich, nicht schadet...

14. Hamburg Rockt
"Gitarrenhändler ihr seid Schweine!" - so eine DIREKTE Beleidigung, hätte man vorher (fast) nur auf Englisch für möglich gehalten! Tocotronic macht's trotzdem - mit Erfolg!! Auch dies ist eine sehr alte Toco-Single.

15. Ich Bitte Dich
Nicht so ganz meins.

16. Ich Weiss Es Nicht
Ich auch nicht. Weiß momentan kein passendes Kommentar...

17. Ich Möchte Teil Einer Jugendbewegung Sein
Ein mitreißender Titel in musikalischer, wie auch in verbaler Hinsicht. Ein richtiger Jugend-Toco-Song, wie er für die Band zu dieser Zeit typisch ist. Ich persönlich mag diese Nummer, ohne sie allerdings überragend zu finden. Ist bei vielen Fans der Toco-Gemeinde sehr beliebt. Geschmackssache...

18. ÜBer Sex Kann Man Nur Auf Englisch Singen
...denn allzu leicht kann's im Deutschen peinlich klingen! DIES klingt aber keineswegs peinlich. Ein würdiger Abschluss eines Wahnsinns-Debütalbums!!

5 Sterne - PUNKT und BASTA!!!!!!
10 Sterne für...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
...die absolute Energie in der Musik. Es ist der Wahnsinn, was die drei Musiker da 1994 in vier Tagen eingespielt haben. Dirk von Lowtzow schreit alles raus, seine Stimme bricht und er ist die pure Power. Dazu schrammelt (hier im besten Sinn gemeint) die Gitarre, das Schlagzeug wird regelrecht verprügelt und der Bass bringt die Boxen zum hüpfen - Hammer! Das Lebensgefühl der damals 20-25jährigen perfekt gespiegelt!
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften
Produkt-Bild: Tocotronic (+Bonustitel)

Tocotronic (+Bonustitel) von Tocotronic

Audio CD von Rock-O-Tronic (Indigo)
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 14,79

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Oktober 2007
Zoom ± Produkt-Bild: Tocotronic (+Bonustitel)

Tracks:

  • This Boy Is Tocotronic
  • Alles wird in Flammen stehen
  • Hier ist der Beweis
  • Hi Freaks
  • F?hre mich sanft
  • Free Hospital
  • Das b?se Buch
  • N?her zu dir
  • Schatten Werfen Keine Schatten
  • Dringlichkeit besteht immer
  • Wolke der Unwissenheit
  • Drama
  • Neues vom Trickser
  • Hi Freaks (Superpitcher's Beautiful Freaks Mix)

Aus der Amazon.de-Redaktion


Auch beim neuen Tocotronic-Album Tocotronic gibt es keinen eklatanten Richtungswechsel und doch ist es ein unerwartet konsequenter, großer Schritt für die Band. Eins hat auch hier nicht stattgefunden: Immer noch ist das indie-rockig schrammelnde Songwriting mit seinen nörgeligen Gesangsmelodien, das die drei mit ihrem Debütalbum Digital ist besser (1995) einführten, Herz und Ausgangspunkt des Systems Tocotronic. Allerdings ist die Produktion aufwäniger, Produzent Tobias hat hörbar länger gefeilt, das Schrammeln ist gewissermaßen kostspieliger geworden. Dass die Songs dennoch nicht in der Produktion untergehen, spricht sowohl für die Band als auch für Produzent Tobias Levin (Cpt. Kirk &).
Wunderbar der Einstieg mit der Single "This Boy Is Tocotronic", die, in der Tradition von "Let There Be Rock" vom K.O.O.K.?Album mit seinem Keyboard-Zitat aus "The Final Countdown", mit Rock-Klischees spielt und ein (gesampletes?) Gitarrensolo im Stil Eddie Van Halens ans Ende setzt. Textlich haben sich die Inhalte noch einmal weiter weg von der reinen Ablehnung der deutschen Alltagskultur hin zu selbstreflektiver Sicht der Dinge verschoben und geben dabei öfter den Prozess des Nachdenkens wieder als einfach Slogans zu präsentieren. Den qualmenden Resten der Hamburger Schule sind Jan Müller, Arne Zank und Dirk von Lowtzow mit diesem Album endgültig entstiegen. --Rolf Jäger
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5 Kundenrezensionen:

Schon mal Barfuss über ein Meer aus Milch und Honig spaziert?
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nein? Ich auch nicht. Doch dann lauschte ich den sanften Klängen dieses Werkes...Man lege das Album ein, schließe die Augen und ja, dann beginnt man langsam über dem Boden zu schweben. Über einem öffnet sich ein vanillefarbener Himmel. Als wäre man Teil eines Gemäldes von Monet.
Wundersame Welten, man schweift immer weiter ab, in die Spähren der undurchsichtigen Dinge.
Dieses Album hüllt einen in warme Watte, man schwebt wie ein weißes Blatt Papier im Herbstwind oder um es etwas einfacher zu sagen: Wie ein weiches Milky Way im Milchmeer.
Das nennt man dann Meisterwerk
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Jedes Tocotronic-Album ist etwas besonderes, doch "Tocotronic" ist nicht nur der größte Umbruch in der Bandgeschichte, sondern auch der (bisherige) Höhepunkt.
Die Details im einzelnen:
1. "This Boy Is Tocotronic": Und es rockt doch. Das perfekte Einstiegstück, da es ankündigt, dass jetzt etwas neues kommt. In seiner Leidenschaft geht es schon sehr Richtung "Pure Vernunft..."
2. "Alles wird in Flammen stehen": etwas ruhiger, jedoch ein weiteres fantastisches Liebeslied ganz in der Tradition aller Tocotronic-Liebeslieder. Gnadenlos bis zur Selbstaufopferung, voller Sehnsucht und Leidenschaft.
3. "Hier ist der Beweis": ein verträumtes, trotziges Lied. "Diese Jungs sind anders wie man weiß." Ja, weiß man.
4. "Hi Freaks": vielleicht eines der besten Lieder aller Zeiten, fraglos das Highlight dieses Albums. Episch, großartig, wundervoll getextet, perfekt komponiert. Hier geht es einfach nur um alles oder nichts.
5. "Führe mich sanft": wieder ein Aufruf zur Leidenschaft mit grandiosen Gitarren- und Schlagzeugeinsatz und tollem Finale.
6. "Free Hospital": sicher kein schnelles Stück, aber wenn es erstmal losgeht lässt es einen kaum los. Die musikalische Umsetzung von Zufriedenheit.
7. "Das böse Buch": Wegfindung? Liebeslied? Bestandsaufnahme? Oder alles zusammen? Ich nehme Liebeslied.
8. "Näher zu dir": der Titel deutet es schon an, ein sehr reines Liebeslied bzw. ein Lied über den Moment bevor es groß wird. Oder ist das dann der größte Moment?
9. "Schatten werfen keine Schatten": wieder ein Liebeslied, was nichts macht, weil Tocotronic Liebeslieder machen, die jenseits jeglicher Liebeslieder-Tradition stehen. Soghaftere und zärtlichere Texte hört man selten.
10. "Dringlichkeit besteht immer": die Musik treibt an, die Stimme ist träge und bringt doch wieder alles was diese Band ausmacht auf den Nenner: Leidenschaft, Selbstaufgabe, Sehnsucht.
11. "Die Wolke der Unwissenheit": das zweitbeste Lied der Platte, von fast unerträglicher Schönheit, die Musik baut langsam eine Spannung auf, die sich in einer sanften Explosion auflöst, überlagert von Dirk von Lotzows überschnappender Stimme und dem Text, der einen gnadenlos in seinen Bann schlägt. So illustriert man Gefühle.
12. "Drama": na gut, das Instrumentalstück erscheint etwas überflüssig, ist aber doch nett anzuhören. Es klingt jedenfalls nicht nach irgendwas, was der Titel vermuten lässt.
13. "Neues vom Trickser": wirkt fast wie eine Rückblick auf dieses Album oder sogar auf alle Alben und dass "eins zu eins" jetzt vorbei ist, sagt ja auch alles was man über Tocotronics neue Richtung sagen muss.
Ein makelloses Meisterwerk.
Sehr gut, aber insgesamt nicht besser als die neu(st)e Toco-Platte
4 Punkte 4 von 5 Punkten
"Tocotronic" hat schon von Beginn weg jene Energie (Anfangsnummer: "This boy is Tocotronic"), die einen das ganze Album hindurch begleitet.

Bewegend, erregend, gute Texte...

"Führe mich sanft", "Free hospital", "Wolke der Unwissenheit" und "Alles wird in Flammen stehen" zähle ich zu meinen Top-Favoriten auf der Scheibe.
Das allseits bekannte "Hi freaks" finde ich persönlich OK, aber nicht außergewöhnlich gut.

Alles in allem ist "Tocotronic" eine Pflichtplatte für alle Toco-Fans, wobei bislang ALLE Tocotronic-Alben eigentlich Pflichtplatten waren (sind).

Wie auch immer, "THIS boy is tocotronic" und man sollte es einfach besitzen!
Von der Zentralperspektive zur Dreidimesionalität
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Wenn eine Band den eigenen Sound zur Formvollendung bringt, trägt das dazugehörige Album als Ausdruck dessen meist den Bandnamen.
Im Falle von Tocotronics neuem, selbstbetiteltem Album verwundert das, ist es doch eine Abkehr vom ursprünglichen Selbstverständnis der Band. Die eingängig - eindringlichen Texte, der demonstrative Dilettantismus, sowie die jugendliche Verweigerung der Anfangstage sind endgültig passé. Auf "Tocotronic" beginnt für von Lowtzow, Müller und Zank eine neue Zeitrechnung.
Die Intuition ist einem gewissen Kalkül gewichen, alles ist durchkomponierter, durchdachter, das dutzendfach durchexerzierte Dreiakkordschema weicht einer vielschichtigeren, abwechslungsreichen Songstruktur. Die Drei setzen ihre nun einmal bescheidenen Mittel viel bewusster ein, beherrschen ihre Instrumente, hören besser aufeinander, stellen Details heraus, erarbeiten Melodien und verschmelzen so zu einem gefügigen Ganzen. Bei diesen Arrangements spielt natürlich auch die Studiotechnik, der Einsatz von Effekten und Samples (Gitarrensolo zu "This Boy") eine nicht unerhebliche Rolle. Produzent Tobias Levin (Cpt. Kirk) ist bei den meisten (auch besten) Songs im Booklet ausdrücklich als "viertes" Bandmitglied aufgeführt.
Bei vielen Fans werden die beinahe poppigen Töne wohl wenig Anklang finden, hat man die "Tocos" doch besonders für ihre "punkige" Unprofessionalität geliebt. Bei aller Prinzipientreue ist aber auch einzusehen, dass nach fünf Alben Auf - der - Stelle - Treten und dem sparsamen Tapetenwechsel von "K.O.O.K." die Zeit für eine Veränderung überreif war. Das alte Image war zum lästigen Klischee erstarrt, der Hass, die Rebellion ausgiebig ausgelebt und mit Anfang 30 nicht länger glaubwürdig vertretbar.
Oftmals geht eine solche Neuorientierung ziemlich in die Hose, hier wirkt sie wahre Wunder. Den Alltag lassen sie weit, weit hinter sich ("Der sogenannte Realismus fällt nicht weiter ins Gewicht"), stattdessen erschaffen sie sich substitutiv eine metaphysische, mystische Märchenwelt, ein "Zwischenreich", noch unentdeckt und daher unendliche Quelle der Inspiration: Verborgene Orte, "foucaultsche" Räume, geheime Türen und Wege ...
Es ist wie ein Traum. Stimmungen werden vorsichtig eingefangen und genüsslich zelebriert, doch der Blick hinter die Dinge enttarnt auch das bedrohliche Antlitz des Bösen. Dirk von Lowtzow gelingt es auf neuem Terrain spielerisch die düstere Bildsprache eines Baudelaire mit schweren, existenzialistischen Gedankengängen zusammzuführen. Dabei ist er weder naiv - verklärend, noch kompliziert - vergeistigt: Das ist wundervolle Lyrik, voller Geist und voller Magie, elektrifizierend und beschwörend: "In diesen Räumen liegt sich's bequemer, als irgendwo anders zuvor." Dorthin und nie wieder zurück. sis
hammer album
5 Punkte 5 von 5 Punkten
ich betrachte die entwicklung von tocotronic mit sehr großem interesse. gesteht man einer band zu sich weiter zu entwickeln wird man auch hier nicht enttäuscht.
mir gefällt das neue album ausgesprochen gut und ich freue mich auf das konzert am kommenden donnerstag in heidelberg.
weietr so!
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Produkt-Bild: Schall und Wahn (Limited Special Edition)

Schall und Wahn (Limited Special Edition) von Tocotronic

Audio CD von Vertigo
Preis bei Amazon: EUR 28,75, Angebote ab EUR 23,45

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Schall und Wahn (Limited Special Edition)

Tracks:

  • EURE LIEBE T?TET MICH
  • EIN LEISER HAUCH VON TERROR
  • DIE FOLTER ENDET NIE
  • DAS BLUT AN MEINEN H?NDEN
  • MACHT ES NICHT SELBST
  • BITTE OSZILLIEREN SIE
  • SCHALL UND WAHN
  • IM ZWEIFEL F?R DEN ZWEIFEL
  • KEINE MEISTERWERKE MEHR
  • ST?RMT DAS SCHLOSS
  • GESANG DES TYRANNEN
  • GIFT

Aus der Amazon.de-Redaktion


Der einst in der heutigen Bundeshauptstadt lebende David Bowie schuf mit Brian Eno in den 70er Jahren mit den epochalen Alben Low, Heroes und Lodger eine Berlin-Trilogie. Der Begriff fällt nun auch im Zusammenhang mit Tocotronic, denn nach Pure Vernunft darf niemals siegen und Kapitulation weist auch Schall und Wahn Bezüge zu Berlin auf: Hier wurden alle drei Alben der vom Diskurs-Rock zum mehr poetischen Pop geschwenkten Gruppe aufgenommen, hier wurde Gitarrist Rick McPhail als zweiter Gitarrist vollwertiges Bandmitglied und vor allem liefen alle Werke durch das Mischpult vom Produzenten Moses Schneider. Mit ihm wurden die herb-charmanten, krachigen, dilettantischen und bisweilen hölzern wirkenden Songs eleganter, vielschichtiger und musikalisch spannender - auch wenn die Tocos schon auf ihrem weißen Album Tocotronic andeuteten, dass sie anders können. Textlich stand das Quartett um Songschreiber Dirk von Lowtzow eh jenseits allen Zweifels. So wie auch Ton Steine Scherben irgendwann aufhörten Parolen wie ?Macht kaputt was euch kaputt macht? zu formulieren, so verzichten auch Tocotronic nun vermehrt auf Schlagworte. Die Band, die nicht nur Teil einer Jugendbewegung sein wollte, sondern eine Jugendbewegung rekrutierte, ist nämlich erwachsen geworden in Bild, Ton und Sprache. Es macht Spaß, die zwölf abwechslungsreichen Stücke zu hören. Reicht das Spektrum doch vom ausufernden und 8-minütigen ?Eure Liebe tötet mich? in bester Crazy-Horse- und Grunge-Manier zu feinem Pop, von rumpelnden Rock zu Streichern-Arrangements des Komponisten Thomas Meadowcroft wie Bläser-Passagen von Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels (JaKönigJa). Epen und Eruptionen, alles ist dabei. Die Texte sollen andere in stundelangen Analyse-Treffen sezieren und interpretieren, aber die akustischer Chamber-Pop-Nummer ?Im Zweifel für den Zweifel? ist große Lyrik. Ein flammender Appell, nicht immer den so bequemen und angstfreien Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. - Sven Niechziol
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5 Kundenrezensionen:

In Musik gegossene Dekonstruktion
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Tocotronic spaltet die Geister, spätestens seid ihrem herausragenden "weißen" Album. Ihr neues Werk "Schall und Wahn" ist da sicher keine Ausnahme, siehe die teilweise vernichtende Kritik anderer Rezensionen. Mein Votum dazu in aller Kürze: Zu Recht werden die Alben Tocotronics in aller Regelmäßigkeit in den deutschen überregionalen Feuilletons über den Klee gelobt.

So auch dieser lyrisch-musikalische Blumenstrauß: Bis in die kleinste textliche Verästelung poetisch durchtränkt, ist jedes Lied auf "Schall und Wahn" ein in Tocotronic-typische Klangstrukturen gegossenes Gedicht. Eine besonders geglückte musikalische Neuerung ist die kindliche Zweitstimme auf "Die Folter endet nie" und "Das Blut an meinen Händen".

Tatsächlich wird bei wiederholter Reflexion über die Texte auf diesem neuen Album ein ebenfalls nicht untypisches Muster deutlich: Assoziationen werden erzeugt, ironisch distanziert wieder zurückgenommen, nur um in vollendeter Form eine spätestens seit "Kapitulation" zum Grundmuster tocotronischer Metaphorik erhobene Grundhaltung zu verdeutlichen: die distanzierte Ratlosigkeit. Der Blumenstrauß ist der ironische Bruch mit der Annahme, hinter dem Strauß stünde mehr als nur die Tatsache, nicht Baum, nicht Fenster, nicht Wolke zu sein.
"Schall und Wahn" ist in Musik gegossene Dekonstruktion: Hinter all den sprachlichen Zeichen ist...nichts. Wie heißt es in "Das Lied des Tyrannen" :"In mir brennt das Feuer, kalt modern und teuer, in mir strahlt das ewige Licht, doch dahinter gibt es nichts, außer mir."

Tocotronic haben für diese Klarstellung nicht weniger als fünf Sterne verdient.
Tocower??
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Ich will wieder meine alten Tocs! Ich will die Band wiederhaben, die 96 mein Denken, in gewisser Weise auch mein Leben verändert hat! Oder eine zumindest so ähnliche. Vielleicht ist das auch nur schönfärberei des Vergangenen und ich habe sie zu der richtigen Zeit zum ersten Mal gehört, im richtigen Alter. Ich finde die Bemühungen Dirks von Lowtzow richtig zu singen gelinde gesagt schlimm. Dazu noch diese seltsam schwülstige Musik... Seit der "Weißen" ist es für mich aus. Ich habs echt probiert, ihnen immer wieder eine Chance gegeben, aber von Mal zu Mal wird es ärger. Ich komme einfach nicht mehr rein. Ich meine, ich verstehe ja, wenn eine Band nicht dreißig Jahre lang den selben Stiefel runterschrammeln will. Aber Tocotronic schaffen es mit jedem weiteren Album immer mehr, ihr Erbe zu demontieren. Und wenn jetzt irgend so ein Besserwisser ankommt und mir hier verklickern will, ich hätte irgendwas "nicht verstanden, kapiert, gefühlt, onaniert etc.", dem soll ich einen schönen Gruß von meiner Mama sagen: "Klugscheißer mag keiner und erst recht keine Leute, die denken dass sie schlauer sind als andere nur weil sie aus irgendeinem unersichtlichen Grund (Abi? Studium? Weltreise??) sich intellektüll überlegen fühlen."
Der neunte Streich: Irgendwo zwischen The Velvet Underground, Berlin und protesthafter Nicht-Fingerzeig-Lyrik...
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Es ist ein wenig kompliziert, die Inhalte der Scheibe in eigenen Worten - aufs Wesentliche reduziert - in Form einer halbwegs leserfreundlichen Rezension zu Papier zu bringen...

Nun: "Schall und Wahn" titelt das bislang neunte und aktuelle Tocotronic-Album, die von diversen Musikmagazinen und Fachzeigschriften mittlerweile obligatorisch in den Himmel gelobt werden... Es scheint tatsächlich schon alles aus Gold zu sein, noch bevor von Lotzow, Müller, McPhail und Zank einen Gadanken fertiggedacht haben! ANdenken scheint völlig zu genügen... Und vielleicht liegt genau darin in gewisser Hinsicht auch die Magie von "Schall und Wahn". Einige der Texte, wie z.B. "Eure Liebe tötet mich" könnten ebenso gut in einem Lyrik-Band abgedruckt vor sich hinverstauben. Aber von Lotzow, der neben seinen alten vertrauten Bandkollegen einige Male noch zusätzlich noch von Streichern begleitet wird, hat den Luxus seine Texte über die gängige "Firma" TOCOTRONIC auf den Markt zu werfen - was sein hart erarbeitetes Recht ist, noch dazu wo man sich über die musikalischen Ergüsse auf "Schall und Wahn" wirklich nicht beklagen kann, auch, wenn ausgerechnet die Single-Auskopplung "Macht es nicht selbst" nicht unbedingt vor Einfallsreichtum strotzt...

Was aber - laut Tocotronic selbst - viel mehr noch als die Texte im Vordergrund stehen soll, ist die MUSIK. Naja, um die geht es ja schließlich auch, sollte man meinen... Da sich Musik in heutiger Zeit mehr und mehr und wahrscheinlich fast ausschließlich NUR mehr über den SOUND definiert, hat man auch hier voll ins Schwarze getroffen. Herr Moses Schneider, der angeblich jeden hintersten Winkel im Studio mikrophoniert hat, um jedes noch so kleine Soundfitzelchen einfangen zu können, hatte wieder mal Recht. Die Rechnung ist voll aufgegangen! Einige Bandmitglieder haben in einem Interview vage Vergleiche zu Velvet-Underground-Studiosessions hergestellt, was ich - so zurückhaltend es auch formuliert war - nicht einmal als ganz so weit hergeholt bezeichnen möchte!

Eigentlich stellt sich jetzt nur noch die Frage, wie es weitergehen kann/soll. Nachdem "Kapitulation" - das ich trotz allem Lob nach wie vor über den Neuling stelle - als geniales Konzeptalbum mit Lobeshymnen wie etwa (die hab ich mir gemerkt, weil sie sooooo schööööön ist) "Manchmal haben die intelligentesten Musiker auch die beste Musik" überschüttet wurde und man von Rick McPhails offiziellem Einstieg von "Pure Vernunft darf niemals siegen" weg bis "Schall und Wahn" von einer "abgeschlossenen Berlin-Triologie" spricht, riecht alles ein wenig nach ABSCHLUSS. Es ist schon überraschend genug nach dem genialen Vorgänger "Kapitulation", der mit einzelnen Songs ebenso glänzt (noch mehr als der Neuling) wie als Gesamtkonzept ein derart starkes Nachfolgewerk zu präsentieren. Ich kann mir aber ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass Tocotronic jetzt nochmal einen oben draufsetzen kann - so sehr ich mir das auch wünsche!

Fazit: "Schall und Wahn" wird seinem Namen in vielerlei Hinsicht mehr als gerecht. Die Scheibe funktioniert als Gesamtkonzept - vom melodiösen Starter "Eure Liebe tötet mich" bis zum ebenso melodiösen Finale "Gift" - vielleicht sogar noch besser als "Kapttulation" oder "Pure Vernunft darf niemals siegen" oder auch "Tocotronic". Wer nach einzelnen Hit-Singles sucht, könnte vom Tocotronic-Neuling aber ein wenig enttäuscht sein, denn außer "Macht es nicht selbst", das in erster Linie vom Text und Sound (so wie die ganze Platte überhaupt) lebt, bietet sich nicht allzu viel an, das man schnell mal abspielt, um in Schwung zu kommen...
ABER: Gute Musik braucht Zeit und hat sich diese auch verdient. Also: Zurücklehnen, Kaffee bereitstellen, CD auflegen und GENIESSEN!!

Hamburger Schule in ihrer alten Form war vorgestern (von "Digital ist besser" bis zumindest teilweise "K.O.O.K."), die sogenannte "Berlin-Triologie", zu der ich stilistisch, auch wenn sie nicht dort aufgenommen und produziert wurde irgendwie auch "Tocotronic" (2002) zählen würde scheint abgeschlossen... TOCOTRONIC und Fans bereiten sich - im Genuss des eben Geschaffenen schwelgend - insgeheim auf das 3. ganz GROSSE KAPITEL der Tocotronic-Periode vor!!
Ich bin jedenfalls äußerst gespannt!!

Meine Bewertung: Wie gesagt finde ich ich beispielsweise "Kapitulation", aber auch einige der Frühwerke (die ich halt einfach lieb habe) vorerst einmal "besser" als "Schall und Wahn". Trotzdem finde ich 5 STERNE für das Gesamtkonzept "Schall und Wahn" absolut angemessen!

Zum Schluss nochmal, weil's so schön ist: "Manchmal haben die intelligentesten Musiker auch die beste Musik" [Zitat aus dem Rolling Stone zum Vorgänger "Kapitulation"]

P.S. Danke an alle Leser für ihr unerschütterliches Durchhaltevermögen!!
Großartig !!! Ein Meisterwerk !!!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Unglaublich was heute doch noch geht!!! Ein Meisterwerke deutscher Rockmusik!!!
Jeder Song von unglaublicher Intensität,textlich sowohl musikalisch grandios!!!
Wenn man einen Song überhaupt herausheben soll dann Die Folter endet nie!!
Genial auch die Limited Edition mit Buttons,Aufkleber,Postern und Booklet.
Hier sollten die sogenannten Topbands wie Silbermond,Ich und Ich,Sportfreunde Stiller( Anmerk.: die grausamste Band) usw... mal erst in die Lehre gehen wie man heutzutage Rockmusik richtig mit Verstand angeht.
Sprecht mich an mit Engelszungen
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Wer zuviel selber macht, der macht sich krumm ... ausgenommen Selbstauslöschung". Von wem sonst als Tocotronic könnte sein ? Aus wessen Feder könnte sonst eine solche Zeile entspringen wenn nicht Dirk von Lowtzow ? Tocotronic ... angefangen als 3 Hamburger Jungs, die kaum 3 Akkorde spielen konnten, eine verdammte Wut auf alles hatten und diese eiskalt präsentierten. Mit K.O.O.K. haben sich die Jungs musikalisch wie Textlich weiterentwickelt. Lyrischer als die ersten Jahre dichtet Dirk ab diesem Album. So als würden sie endgültig erwachsen werden. Mit "Kapitulation" aus dem Jahr 2007 stehen endgültig ganz andere Tocotronic auf der Bühne und auch im Studio. Aus den rebellischen Jungs sind erwachsene Männer geworden. Und ebenso wie sie gereift sind, ist ihre Musik gereift. Und "Schall und Wahn" ist nicht mehr und nicht weniger als die logische Folge von "Kapitulation". Die Gitarre rückt noch ein Stück mehr in den Hintergrund, die Soundexperimente wachsen... es entsteht etwas Großes. Etwas dass größer ist als alles was sie jemals gemacht haben. Streicher, Chöre, Harfen und was auch immer ... ist auch egal... es klingt einfach wundervoll großartig!
Textlich ist "Schall und Wahn" jedoch düsterer und depressiver als die früheren Alben. Der erste Track "Eure Liebe tötet mich" ist brutal geschrieben. Ein 8 Minuten Epos, mit wenig Text und großartigen Sounds. "Ein leiser Hauch von Terror" ist wieder ein Stück mehr Tocotronic. Kein ganz so dramatisch wirkender Text und dennoch faszinierend. Ein mitreissender Rythmus und Dirks typische Art zu singen wirken hier auf der Hörer ein und beeindrucken auf ganzer Linie.
Mit "Die Folter endet nie" ist der dritte Track für mich der vielleicht stärkste des Albums. Beklemmend, düster und voller Leid ... aber auch Hoffnung gibt es hier "Und von heute an, leben wie ewig". Ganz starker Chorus.
"Das Blut an meinen Händen" ist die wohl untypischste Nummer des Albums. Sanfte Klänge und ein gefühlvoller Gesang machen den Song zu einem Unikat, wenn auch nciht unbedingt zu einem absoluten Highlight der Platte.
"Was du auch machst/Mach es nicht selbst/auch wenn du dir/den Weg verstellst" als erste Single auszukoppeln ... naja... es ist wohl die Nummer die von allen auf dieser Scheibe "Kapitulation" am nächsten kommt. Wie dem auch sei, großartiger Song, der sobald er einmal im Kopf ist, so schnell nicht wieder heraus will.
"Bitte oszillieren sie" ist eine hervorragende kurze Nummer, wie sie besser nicht sein könnte. Ein ganz großes Lied von den Tocos, Respekt!!!
Der Titelsong fängt an... als ... naja... ich sags mal so ... Pink Floyd hätten kein besseres Intro schreiben können. Einfach wundervoll!! Der Song geht ins Ohr, hat einen tollen Text und kann in allen Belangen überzeugen.
"Im Zweifel für den Zweifel" ist eine von akustischer Gitarre begleiteter Dirk von Lowtzow, der wieder einmal seine lyrischen Fähigkeiten erstklassig unter Beweis gestellt hat. "Im Zweifel für die Bitterkeit/Und meine heißen Tränen/bleiern wird mir meine Zeit/Jetzt muss ich noch erwähnen:/Im Zweifel für den zweifel" ... was will man mehr ?
"Keine Meisterwerke mehr" erinnert vom Aufbau her vielleicht ein wenig an "Explosion". Viel Instrumental für einen so kurzen Song und wenig Text.
"Stürmt das Schloss" ist ein typischer Tocotronic Rocker wie man es aus alten Tagen gewöhnt ist. "SDS/SDS/SDS"
"Gesang des Tyrannen" ist wie ein Märchen. So unreal und traumhaft.
"Gift" ist dann mit 8:30 der epische Abschluss für ein episches Album einer epischen Band. Das ist wohl Tocotronics "The End" oder "European Son". Wieder sehr wenig Text für sehr viel Musik. Es passt, harmoniert und stimmt einfach vollkommen.
Insgesamt haben sich Tocotronic eindrucksvoll nach 3 Jahren zurückgemeldet und die Messlatte für weitere Alben 2010 schon einmal recht hoch gelegt. Egal wer kommt und das Album des Jahres aufnehmen will, muss erst einmal an Tocotronic vorbei kommen.
Respekt vor den 4 Jungs aus Hamburg. Bitte weiter so und mehr davon !
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Produkt-Bild: Schall und Wahn (inkl. Download-Code) [Vinyl LP]

Schall und Wahn (inkl. Download-Code) [Vinyl LP] von Tocotronic

Schallplatte von Vertigo Berlin (Universal)
Preis bei Amazon: EUR 17,99, Angebote ab EUR 13,22

5 Punkte, sehr zu empfehlen!
5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 2010
Zoom ± Produkt-Bild: Schall und Wahn (inkl. Download-Code) [Vinyl LP]

Tracks:

  • EURE LIEBE TÖTET MICH
  • EIN LEISER HAUCH VON TERROR
  • DIE FOLTER ENDET NIE
  • DAS BLUT AN MEINEN HÄNDEN
  • MACHT ES NICHT SELBST
  • BITTE OSZILLIEREN SIE
  • SCHALL UND WAHN
  • IM ZWEIFEL FÜR DEN ZWEIFEL
  • KEINE MEISTERWERKE MEHR
  • STÜRMT DAS SCHLOSS
  • GESANG DES TYRANNEN
  • GIFT

4 Kundenrezensionen:

super nummer
5 Punkte 5 von 5 Punkten
man könnte sagen, sie haben sich weiterentwickelt... aber auch schöne punkige titel wie "stürmt das schloss" sind auf der neuen zu finden. alles in allem eine runde sache. für fans ein muss !!!
Typisch Tocotronic
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Tocotronic, so weich, so ernst einfach schön. Ein tolles Album von Toco, dass eine Zeit braucht um auf den Hörer zu wirken. Aber es lohnt sich. Daumen nach oben.
It grows on you
4 Punkte 4 von 5 Punkten
On first listening it is not the best album by the Tocos, but it grows on you, every time I listen I like it more and more. There are no songs on this album that stand out straight away as there are on other Toco albums. But damn, it's good.
Herrlich!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Für mich schlicht und ergreifend ihr bisher bestes Album. Musikalisch ausgereift, ausgezeichnetes Zusammenspiel und dichte Kompositionen. Die zweite Gitarre (Rick McPhail) empfinde ich hier als echte Bereicherung. Die Produktion toppt m. E. an Transparenz und Räumlichkeit alles, was es von den Tocos bisher zu hören gab. Die Texte sind durchdacht, lyrisch, erwachsen aber auch wunderbar albern und ironisch gebrochen an einzelnen Stellen. Sie erschließen sich allerdings nicht immer gleich beim ersten Hören - Sloganeering war mal. Da gibt's was zum Nachdenken, Leute! Insgesamt ein super Album, Kaufempfehlung.
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Produkt-Bild: Kapitulation: Live

Kapitulation: Live von Tocotronic

Audio CD von "Vertigo Be @ 14513(8001)"
Preis bei Amazon: EUR 6,97, Angebote ab EUR 6,80

4 Punkte, empfehlenswert.
4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Kapitulation: Live

Tracks:

  • Mein Ruin
  • Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen
  • Sie wollen uns erz?hlen
  • Verschw?r dich gegen dich
  • Aber hier leben, nein danke
  • Luft
  • Kapitulation
  • Aus meiner Festung
  • Imitationen
  • Sag alles ab
  • Explosion
  • Jackpot
  • Dr?ben auf dem H?gel
  • Freiburg
  • Wehrlos

Produktbeschreibung


KAPITULATION LIVE

Aus der Amazon.de Redaktion


Uff! Eine Platte Kapitulation zu nennen, das ist schon mutig. Vor allem nach den vierzehn Jahren, die die Ende 93 in Hamburg gegründeten Tocotronic nun schon dabei sind. Vor allem aber nach der großen Enttäuschung Pure Vernunft darf niemals siegen. Auf dem kommerziell erstaunlich erfolgreichen Album hauten die Tocos mit ?Aber hier Leben, nein danke? zwar wieder einen ihrer typischen Slogan raus, ansonsten quälen sie einen doch mit rätselhaften, mythischen Texten und schwacher Musik. Damals wie auch diesmal gingen die zum Quartett angewachsenen Tocotronic mit dem Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks) in Berlin ins Studio. Man scheint sich richtig eingegroovt zu haben, denn wie gut diese Platte schon nach ein paar Sekunden tut, die mit dem polternden ?Mein Ruin? nicht besser eröffnet hätte werden können. Den verschwurbelten Fantasy-Wald des Vorgängers haben Tocotronic verlassen, jetzt wird zu konkrete Texten gerockt, und so gelöst klang die Gruppe um Sänger und Songschreiber Dirk von Lowtzow noch nie.
Der totale Kontrast zum Titel Kapitulation, dem überragenden Werk ihrer Karriere, das den harten Momenten immer wieder eine intime Zartheit (?Wir sind viele?, ?Harmonie ist eine Strategie?) gegenüber stellt. Geblieben ist die vertraute Nein-Sager-Haltung, die Oppositionsrolle, in die sich Tocotronic begeben. Es herrscht zwar gute Laune im Land, das vor kurzem noch in Jammertränen ersaufen zu schien. Nichts gegen Aufschwung und Stimmungshoch, aber ist der Preis wie Dauerdruck im Beruf, Verlust der Selbstfindung, angepasstes Funktionieren, der Zerfall einer Solidargemeinschaft in immer gleichgültigere Einzelteile, eine sich ausbreitende Ängstlichkeit allem Fremden gegenüber nicht viel zu hoch? Alles keine Gründe für eine Kapitulation, aber mindestens Grund zum Insichkehren und Luftholen. Oder wie es in ?Luft? heißt: ?Ja, ich habe heute nichts gemacht. Ja meine Arbeit ist vollbracht?.
--Sven Niechziol
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Das sind nicht mehr die Toco's aus den 90ern...zum Glück
4 Punkte 4 von 5 Punkten
Dieses Album ist ein Tocotronic - Maßanzug, sitzt wie angegossen. Die Texte sind weitgehend frei von simplen plakativen Slogans sondern lassen durch die Verschwurbelung viel Spielraum für Selbstinterpretationen & Fantasie, sie sind zeitlos. Die Musik, die Arrangements und die Abmischung ist ausgefuchst, dramaturgisch verdichtet und trotzdem bleibt genug Entfaltungsspielraum. Alles fliesst harmonisch, ist verwoben jedoch ohne Kitsch und ausschweifende Gefälligkeit. Selbst verzerrte Gitarren fügen sich exakt und harmonisch in die Songs ein und lassen diese trotzdem nicht zu glatt und steril wirken, denn man hat auch Wert auf Klangästhetik gelegt. Ich habe mir die Doppel LP, also Vinyl, gekauft und dabei handelt es sich um eine hervorragend klingende (DMM-) Pressung.

Abzug für die schwächeren Songs und das es zur Vinylscheibe keinen MP3 Gutschein gibt.
Kapitulation - aber definitiv!
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Dieses Album von Tocotronic macht mir keine Freude! Ich finde sowohl Musik als auch Texte ziemlich deprimierend bis depressiv, und vor allem den Text vom Titelsong "Kapitulation" irgendwie schlecht.

Kann sein dass das Ganze einfach nicht meinem Geschmack entspricht und ich mich da "verkauft" habe (mir war die Band empfohlen worden)! Ich hatte mich zwar auf langsame Musik eingestellt, nicht aber auf Depri. Schon das Cover tut sein Übriges zu diesem Gesamteindruck dazu.

Sorry, nicht mein Fall!
Starkes Album
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Mit dem Auot zweimal quer durch den Schwarzwald - und immer Tocotronics Kapitulation aus den Lautsprechern. Ein ausgeprochen gutes Tocotronic-Album, dessen Liedern mit tiefsinnigen und gewitzten Texten Stück für Stück Ohrwurmanspruch stellen. Und das eine oder andere Lied formt sich gar zu epischer Größe aus - das wäre auch mein Anspieltipp: Die mystisch aufgeladene und großartige Ballade "Harmonie ist eine Strategie". Ferner sind natürlich "Verschwör dich gegen dich" und "Mein Ruin" unglaubliche Nummern. Super Album - Grüße nach Hamburg!
Keine langen Worte
5 Punkte 5 von 5 Punkten
"Harmonie ist eine Strategie" ist der beste Song des Albums und aller Alben vorher!!!!!!!!!!!!!!!! der Rest der Platte ist leider nur genial.
Süßer Schauer
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Nach dem letzten Album der mittlerweile vierköpfigen Band fragte man sich, wie dies weitergehen solle. "Pure Vernunft darf niemals siegen" war ohne Frage eine großes Album. Dirk von Lowtzow schreibt lyrisch anmutende Geschichten, die verworrener scheinen, als sie sind und ziert sie zusammen mit seinen inzwischen technisch versierten Kollegen mit trüben bis geheimnisvollen Melodien. Der Bruch zu alten Werken war schon lange vollzogen und auch wenn ihnen das intellektuelle Kleid schmeichelt, hatte man doch Angst, Tocotronic würden sich selbst durch eine Steigerung ins Abseits des Pops manövrieren.

Aber was bekommt man von dem Album zuerst zu hören? Überraschend Aggressives wie "Sag alles ab!" und wunderbar mit alten Lorbeeren geschmücktes wie das Titelstück "Kapitulation". Da waren die Gitarren und das offensichtlich Trotzige, dass man einst liebte und seit "K.O.O.K." durch gesittetes Verhalten ersetzt sah. Es ist fast wie eine teilweise Rückbesinnung.

Das allein ist aber nicht Thema des Albums. "Meine Festung" zeigt wie stark "Pure Vernunft..." noch präsent ist, genauso wie die beißende, fast zynische Natur der Texte, die spätestens seit dem "weißen", selbstbetitelten Album einsetzte und viel subtiler mit der Gesellschaft und der Welt abrechnet, als noch in Zeiten von "Digital ist besser" oder "Wir kommen um uns zu beschweren". Wobei die Inhalte weniger diffus und leichter zugänglich sind, ohne den lyrischen Charakter zu verlieren. Die oberflächliche Fröhlichkeit, die man teils durch die markante, erzählerische Stimme von Lowtzows vermittelt bekommt, ist zwar obsolet und nur selten wahr, dennoch zieht sich durch das gesamte Album eine mitreißende, süße Ästhetik.

Die Produktion ist klar und unterstreicht das Frische, Abwechslungsreichere, das "Kapitulation" ausmacht. Das als Pop durchgehen zu lassen, fällt besonders bei Liedern wie "Wir sind viele" schwer, die extreme Gitarrensoundlandschaften aufbauen ohne ausschweifend zu wirken. Die Ähnlichkeit zu The Smiths, die vor allem bei "Imitationen" gesehen werden will, sei einmal dahingestellt.

Wieder einmal werden die einen das Album hassen, die anderen darin aufgehen. Tocotronic Freunde werden die Entwicklung, die bemerkbar aber nicht zu hart ist, zu schätzen wissen. Andere werden sich über Texte wie "Dein schön ist mein schön" die Haare raufen und rufen "GANZ SCHLIMM!" Ersteren wird vor allem bei dem großartigen Schlussstrich das Herz aufgehen, das sich aufbaut um dann charmant zu enden, und Dirk von Lowtzow dazu propagiert: "ALLES EXPLODIERT! KEIN WILLE TRIUMPHIERT!" Er muss einfach Recht haben.
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Produkt-Bild: Es Ist Egal,Aber (+ BONUSTRACKS)

Es Ist Egal,Aber (+ BONUSTRACKS) von Tocotronic

Audio CD von Rock-O-Tro (Indigo)
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 14,00

Erscheinungsdatum: Mai 2009
Zoom ± Produkt-Bild: Es Ist Egal,Aber (+ BONUSTRACKS)

Tracks:

  • Gehen die Leute
  • Sie wollen uns erz?hlen
  • Ich bin viel zu lange mit Euch mitgegangen
  • Ein Abend im Rotary Club
  • Alles was ich will, ist nichts mit Euch zu tun haben
  • Auf den Hund gekommen
  • Es ist egal, aber
  • Meine Schwester
  • Du und Deine Welt
  • Mein neues Hobby
  • Vier Geschichten von Dir
  • Du bist immer f?r mich da
  • Der sch?nste Tag in meinem Leben
  • So schnell
  • Dieses Jahr
  • F?r immer Dein Feind
  • Liebes Tagebuch
  • Nach Bahrenfeld im Bus
  • So schnell (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Ein Abend im Rotary Club (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Du und Deine Welt (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Die Welt kann mich nicht mehr verstehen (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Gehen die Leute (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Mein neues Hobby (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Alles was ich will, ist nichts mit Euch zu tun haben (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Der sch?nste Tag in meinem Leben (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)
  • Nach Bahrenfeld im Bus (BONUSTRACK Live in Hamburg 1997)

Produktbeschreibung


Tocotronic - Es Ist Egal,Aber
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Produkt-Bild: Pure Vernunft Darf Niemals Siegen

Pure Vernunft Darf Niemals Siegen von Tocotronic

Audio CD von Rock-O-Tronic (Indigo)
Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 12,80

3,5 Punkte.
3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Januar 2008
Zoom ± Produkt-Bild: Pure Vernunft Darf Niemals Siegen

Tracks:

  • Aber hier leben, nein danke
  • In höchsten Höhen
  • Der achte Ozean
  • Keine Angst für niemand
  • Gegen den Strich
  • Angel
  • Pure Vernunft darf niemals siegen
  • Cheers For Fears
  • Alles in allem
  • Mein Prinz
  • Tag der Toten
  • In tiefsten Tiefen
  • Ich habe Stimmen gehört
  • Mystery Symphony
  • Dark Star
  • Pure Vernunft Darf Niemals Siegen (Akustik-Version)

Aus der Amazon.de-Redaktion


Wenn man sein Handwerk erst mal zehn Jahre ausgeübt hat, wird man zwangsläufig um einiges besser sein als am Anfang. Bei Tocotronic hat sich das nun sehr deutlich gezeigt, denn die alte Schraddelherrlichkeit wurde auf Pure Vernunft Darf Niemals Siegen endgültig der präzisen Studio-Arbeit geopfert.
Das mögen einige Alt-Fans bedauern, denen die Tocos stets ein Soundtrack zum Leben waren, weil sie immer diesen "Hättichauchgekonnt"-Aspekt in sich trugen. Tja, was jetzt vom Scheibchen ertönt, ist nicht mehr so einfach nachvollziehbar, obwohl der Opener "Aber Hier Leben" mit satten zwei Akkorden auskommt. Dafür gibt es bei "Der 8.Ozean" ein Harmonien-Verwirrspiel, als ob Scumbucket ohne die übliche Verzerrer-Gitarrenwand loswüten würden. Ebenfalls heranziehen möchte man beim Refrain von "In Höchsten Höhen" die Mit-Hamburger Kante in ihren verdaulicheren Momenten. Und das ist alles vorher so bei Tocotronic nicht zu finden gewesen.
Wie es das Label-Info schon richtig sagt, geht hier viel auf das Konto des neuen Gitarristen Rick McPhail, denn mit einer zweiten Gitarre eröffnen sich völlig neue Perspektiven für den Tocotronic-Sound. Da wird gerne auf Keybord-Einspielungen verzichtet, und der Sound ist plötzlich knochentrocken und extrem sauber, damit das Wechselspiel der Gitarren nicht im Brei untergeht. So muss man sich Tocotronic praktisch neu er-hören, findet aber bald auch altgeliebte Aspekte in den Texten und der Attitüde der Band wieder, an denen man sich festhalten kann.
Mit Pure Vernunft Darf Niemals Siegen haben Tocotronic einen Neustart gewagt, der vielleicht noch nicht ganz rund rüberkommt, aber vom Mut zum Sich-selbst-neu-erfinden zeugt, und sehr Neugierig auf kommende Taten macht. --Deborah Denzer
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5 Kundenrezensionen:

Ganz unfassbar langweilig und eintöning
1 Punkte 1 von 5 Punkten
Diese CD ist gute 50 Minuten zu lang. Stellenweise geht es mir wie beim Hören von Xavier Naidoo: Die Texte sind krude und eigenartig, um das Fehlen einer (neuen) Botschaft zu verschleiern; was übrig bleibt ist ein schlechter Nachgeschmack, daß der Sänger scheinbar Weisheiten besitzt (?), die er aber nur ganz knapp andeutet. Zur Musik? Tempo, Beats, Melodien - gleichförmig träge dahinfließend, wenig Modulationen in Melodien, Lautstärke oder Tempi; die Tracks unterscheiden sich selbst beim Genauhinhören m.E. nicht sehr voneinander. Da ist mir doch jeder langweilige Housetrack lieber - der ist dann nämlich wenigstens noch tanzbar! Ich verschenke meine "Pure Vernunft darf niemals siegen" an den Erstbesten!
teil meiner jugend
5 Punkte 5 von 5 Punkten
eingefleischte tocotronic fans wollen das album nach dem ersten hören wohl einfach nur an die wand klatschen aber, ich kann euch nur sagen, ein wandel ist nicht der untergang der welt.

"Pure vernunft darf niemals siegen" war mein erstes album von tocotronic und ich war begeistert. das album ging in meinem freundeskreis um wie warme semmeln - ernsthaft. alle liebten es. den namen tocotronic kannten wir vorher nur von "this boy is tocotronic".

jedenfalls durfte das album wochenlang meinen cd-player nicht verlassen und wenn ich die lieder höre denke ich immernoch an diese wundervolle zeit zurück. seit dem heißt tocotronic für mich SOMMER und - ich weiß, klingt seltsam - schach spielen. und ohne geht das auch nicht mehr. ich liebe das album.

und an alle die das album bekritiken:
nachträglich (also so zwei jahre später) hab ich mir auch mal die anderen alben von tocotronic besorgt und nur die besten lieder der anderen alben zusammen könnten bei mir den gleichen stellenwert wie "pure vernunft darf niemals siege" erreichen. das album ist der absolute hit.

mit den texten bin ich auch zufrieden. ich finde, dass sie den trend des albums "tocotronic" verfolgen und mehr platz für freie interpretationen lassen da sie wirklich sehr (!) abstrakt sind. die beats sind nicht einTÖNIG sonder einHÄMMERND und verlassen den kopf auch nicht mehr wenn sie einmal drinnen sind.

bei dem lied "pure vernunft..." kriege ich immer eine gänsehaut wenn mir die zeile "wir sind so leicht, dass wir fliegen..." mehrmals heftig entgegengeschmettert wird. das gesamte lied arbeitet auf diese zeile als klimax hin. die emotionale explosion die mich einfach immer wieder wegfegt (muss laut gehört werden).

vielen dank für eure aufmerksamkeit.
ein Wahnsinnsalbum!!!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
ich war nie Tocotronicfan. Kannte sie lange Zeit nicht mal. Das erste Album, das ich hörte, war "Digital ist besser", das allerdings erst lange nach dem Erscheinen. Zuvor kannte ich nur "K.O.O.K". Zu verkopft für mich. Interessant. Aber zu verkopft. Zitate, schön und gut. Aber wie klingt die Band wenn sie nicht zitieren? SO. Eine absolut klasse CD, diese "Vernunft", wunderbare Texte, unmittelbar, und dazu die passende Musik, schön und direkt aufgenommen. Ich hab mir dann auch gleich die "Kapitulation" und die "Tocotronic" gekauft, letztere o.k., erstere eher k.o. Bildet euch eure Meinung, aber glaubt nicht den FANS. Sind wohl ein wenig in ihrem eigenen Bild der Band - wie sie sein soll - verhaftet. Sie sind besser.
Einfach besser
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ich kann die Kritik meiner Vorschreiber nicht nachvollziehen. Schließlich sind die Jungs keine 20 mehr sondern Anfang 30 und da wird es Zeit, erwachsen zu werden. Ich mag auch die alten Songs, aber diese Scheibe ist einfach genial. Ich finde die Texte klasse und die Musik wunderschön. Es ist Gitarrenpop der mich zum Teil an die "guten alten" 80er diverser Inde-Bands mit ihren Gitarrensounds erinnert. Einfach schöne Klangmelodien. Für mich ist diese Scheibe extrem empfehlenswert!
Auf Wiedersehn Besonderheit
3 Punkte 3 von 5 Punkten
Ich mochte Tocotronic stets besonders aufgrund der Texte. Diese oft scheinbare Absurdität, hinter der dann doch ein Sinn steckte, hat mich von Anfang an begeistert. Darum möchte ich zuerst auf die Texte eingehn.
Auf "Pure Vernunft darf niemals siegen" gibt es nur noch wenige Überbleibsel dieser Texte. Die Texte auf dieser Platte sind deutlich anspruchsvoller, hinterlassen aber teilweise auch den schalen Nachgeschmack das belanglosen Geredes. Auch der Abwechslungsreichtum früherer Platten fehlt.
Gegen die musikalische Veränderung kann ich nichts sagen, teilweise gibt es zwar leicht langweilige Passagen und im allgemeinen ist das Album musikalisch nicht sehr abwechslungsreich, dennoch findet man einige sehr sehr schöne Melodien darauf.
Alles in allem finde ich, dass Tocotronic bei all den Veränderungen viel von ihrer Besonderheit eingebüßt haben. Die Texte sind zwar gut, stechen aber einfach nicht mehr hervor und sind mir persönlich teilweise etwas zu kitschig und gänzlich ohne dieses Augenzwinkern was ich immer so mochte.
In Verbindung mit der Musik ist das Album nicht mehr als Durchschnitt. Diese neue Richtung, die Tocotronic eingeschlagen haben, können Kettcar oder Tomte auf jeden fall besser. Darum 3 Sterne.
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