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Spiderland von SlintAudio CD von Touch & Go (Cargo Records)Preis bei Amazon: EUR 8,99, Angebote ab EUR 8,84 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: März 1991 |
Tracks:
ProduktbeschreibungSPIDERLAND 5 Kundenrezensionen:Deeper Than Inside 5 von 5 PunktenIch hoffe, jeder hat eine Geschichte zu dem Tag, an dem er diese Musik zum ersten Mal erfahren hat. Weiss noch wo er war, was er gemacht hat und wie man darauf gekommen ist oder wer dabei war. Bei solch einem markerschütterndem Moment oder so einen einschneidenden Erlebnis, vergisst man so etwas nicht. Ich bin heilfroh, dieses Album nicht heutzutage zum ersten Mal zu hören. Es ist inzwischen zu viel passiert in der Musikwelt, was sich eventuell beim Hören aufdrängen oder dazwischen drängen möchte. Bevor Begriffe und Stile wie Postrock, Emo, Independent, Slowcore oder ähnliches in der Musikpresse zu inhaltsleeren Worthülsen und zu oft wiedergekäuten Konzepten verkommen sind. Was in der Zwischenzeit aufgetaucht ist, mit diesem Album verglichen wird und dadurch die unverstellte Sicht verkleistert, ist bildverzerrend und lenkt vom wesentlichen ab. Anfang der Neunziger taucht diese Platte unvermittelt zwischen verschiedenen Genres auf und kaum einer wusste genau, worum es sich bei dieser seltsamen Musik eigentlich handelt. Was waren Slint denn damals? Im Grunde Nerds, die schon in Squirrel Bait Hardcore spielen wollten, aber eben zu nerdig und musikalisch begabt waren, um einfachen Hardcore spielen zu können. So kam etwas eigenes heraus, von dem selbst der Aufnahmeleiter Brian Paulson oder andere zeitgleiche Musiker, wie Lou Barlow direkt gemerkt haben, dass hier eine ganz neue, unvergleichliche Musik die Bildfläche betreten hat. Selbst wenn noch so oft behauptet wird, diese Platte hätte etliche Musikstile begründet, merkt man heute, das dies so einfach nicht stimmt. Spiderland steht sogar in Slints Oeuvre alleine da, geschweige denn in irgendwelchen Genres. Egal welche Bands ich gehört habe, die man damit vergleichen will oder die in einem Atemzug genannt werden, keine hat ein wirklich vergleichbares Stück Musik geschaffen, selbst wenn ich manche der Bands ähnlich hoch schätze. Bedhead bleiben Bedhead, Low bleiben Low und Mogwai bleiben Mogwai. Und keiner davon kann Slint sein! Ich denke, gerade das macht dieses Album aus! Es ist mehr als nur eine musikalische Formel. Diese wäre reproduzierbar. Nicht jedoch die andere Hälfte der Musik, die sich aus den Persönlichkeiten, der damaligen Zeit und der Dynamik zwischen den Musikern und zwischen den Musikern und ihrer Musik entwickelt hat. Es ranken sich nicht umsonst Mythen um die Aufnahmesession zu dieser Lp. Es wird behauptet, dass mindestens ein Mitglied der Band nach den Aufnahmen psychiatrisch behandelt werden musste. Dem Sänger wird körperlich schlecht, nachdem er ein solch intensives Stück, wie das letzte auf der Platte eingesungen hat. Da sich solch intensive Momente durchs Hören übertragen lassen, lässt "Good Morning Captain" wohl auch kaum einen Hörer kalt. Das lässt sich nicht reproduzieren, wenn es nicht absolut authentisch ist und aus dem Moment heraus entsteht. Die Musik lebt glücklicherweise nicht nur von emotionalen Effekten. Ich könnte mir das ganze Album, auch als Instrumentalversion vorstellen und es blieben selbst dann, kaum Fragen offen. Jeder noch so einfache und simple Ton, jeder Akkord oder akustische Effekt, klingt wie eine logische Konsequenz des ganzen. Egal, wohin man hört, kein Musiker fällt aus dem Rahmen. Jeder Song ist eine Einheit, die Musik selbst, das Album an sich wird quasi zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Zu einer, die kaum einem fremd sein kann, der sich auf darauf einlässt. Dieses Stadium zu erreichen, gelingt nur den wenigsten Künstlern. Ob es sich um Schriftsteller, Maler oder Musiker handelt. Wer hinter seinem künstlerischen Werk zurücktritt und etwas hinterlässt, das zeitlos existieren kann, den Künstler an sich auch nicht mehr braucht hat die höchste Form von Kunst erreicht. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich so unterschiedliche Musiker wie PJ Harvey, Pavement, Mogwai oder Seefeel bewundernd äußern. Ich kann mir vorstellen, dass Spiderland jeden ansprechen kann, solange er unvoreingenommen an diese Platte herangeht und eine Vorliebe für intensive Klänge hat, egal aus welchem Musikrichtung man auch kommen mag. Ich kann nur jedem Ersthörer wünschen, überrascht zu werden. Kalt erwischt zu werden. Ich habe diesen Effekt, der ähnliches hervor gerufen hat, höchstens noch bei anderen Bands erlebt, die nicht direkt vergleichbar sind. Sie haben einen ähnlich intensiven Eindruck in meiner Musikwelt hinterlassen: Rites of Spring, Moss Icon und Evergreen. Slint blieben jedoch einzigartig, dunkel, mysteriös, nebulös, monolithisch. Es könnte nur noch besser und passender sein, wenn die Musiker danach nie mehr in anderen Bands gespielt hätten und in Vergessenheit geraten wären. Das hätte den Moment der Platte noch mehr unterstrichen. Ein nicht reproduzierbarer Moment, der in seiner Dynamik auf nahezu perfekte Art und Weise auf Vinyl gebannt worden ist. Auf manchen CD haben Slint nicht versäumt drucken zu lassen: "This Music is meant to be listened on Vinyl. Ich vermisse dabei die Ergänzungen: "alone, by night, in a forest". Danach wird die Musik und das Gefühl, das sie zurück lässt, einen nicht mehr verlassen. Ganz gleich wie viele Jahre vergehen. Ich denke, das definiert wohl einen Klassiker. Achterbahn der Emotionen 5 von 5 PunktenFragt man heute nach den Begründern des eigentlichen Indie-Rocks, dann fallen viele Namen. Viele verschiedene. Aber einer sollte immer fallen, und das zu Recht: Slint. Spiderland ist immer noch eine der wesentlichen Referenzen in Sachen kalter und gleichzeitig gefühlsgeladener Indie-Rock in der Post-Rock-Arena. Auch noch heute. Unerfahrene und eher neue Anhänger der American-Underground-Szene werden auch, ohne lange hinhören zu müssen, in der Lage sein, das schier überwältigende Element des Experimentellen herauszuhören. Nun ja, wie kann man das auch überhören, wenn die Riffs wie Fragmente zusammengesetzt scheinen und man während eines Tracks immer wieder von den vielen stilistischen Wechseln überrascht wird? Und gleichzeitig ist dies alles mehr als melodiös und von einer einzigartigen Kraft zusammengehalten, sodass man sich wie in einer anderen Rockwelt wiederzufinden scheint. Dieses Motiv des leise-/laut-Rocks wurde von vielen weiteren Bands aufgegriffen - von Lou Barlow bis hin zu Mogwai. Die emotionale Ladung des Albums hat sich zu hundert Prozent vom üblichen Prog-Rock und dessen Kitsch-Fehltritten wegbewegt, was der Band wiederum viele Anhänger beschert hat. Und man braucht kein Großmeister zu sein, um zu wissen, was mit "Slint-Dynamics" gemeint ist. Mit am interessanten ist wohl diese Dynamik in den sich immer weiter aufkochenden, knochigen Tracks wie "Nosferatu Man" - es wird immer schneller, harte Gitarren prechschen auf einmal los, dazu die weinerliche Gesangsstimme, wieder Ruhe . . . so vampirisch und unheimlich, als wenn man in einem Märchenwald ausgeetzt worden ist. "Good Morning Captain", eine murrende Ode an "The Rime of the Ancient Mariner", ist einer dieser Songs, die den Anfang vom Ende der Band signalisieren. Denn wo wollen die Jungs noch hin? Die Aufnahmen sind emotional tief, traumatisch und ein Beweis der These, dass Bandmitglieder immer ein Stück weit institutionalisiert sein müssen während der Aufnahmen. Brian McMahan "spricht" und "schreit" sich seinen Weg durch das Album, in einem augenscheinlich nicht zu überhörenden Kontrast zu dem, was der Rest der Band an Intensität bietet. Seine Stimme ist zu schwach, um mit den harten Riffs und Drums mithalten zu können. Dies ist für den Einen eine Schwäche, weil Brian unengagiert und saftlos erscheint. Für den Anderen macht das mit die Stärke aus. Wie auch immer, Spiderland ist bis heute eine der besten Referenzen in Sachen Indie und Experimental Rock. Eben wegen seiner vielen Kontraste und Gegensätze. Im Land der Spinnen 5 von 5 PunktenMan stelle sich die beklemmendsten Momente des Lebens vor... ein dunkler, nicht enden wollender Wald. Eine leere Wohnung, deren Stille einen erschlägt. Eine nächtliche Autobahnfahrt... oder eine schmale Gasse und man ist allein unterwegs. Die "Spiderland" hat von alledem etwas... als läge sich eine riesige Hand um den Hals des Zuhörers. Und doch ziehen einen Songs wie "Breadcrumb", "Nosferatu Man" oder "Good Morning, Captain" in ihren Bann, bis man nicht mehr von ihnen lassen kann. Und "Washer" ist der wohl traurigste Song, den ich jemals gehört habe. Der Sound nimmt durch seinen Minimalismus und dem zwischen leisem Murmeln und ohrenbetäubendem Brüllen wechselnden Gesang das Post-Rock-Genre um Jahre vorweg. Gibt es für dieses Album ein anderes Wort als "Klassiker"? Vergessenes Meisterwerk 5 von 5 PunktenSlint gab es meines Wissens nur ganz kurze Zeit. Ob Will Oldham tatsächlich Bandmitglied war, entzieht sich meines Wissens. Er hat jedenfalls das Coverfoto beigesteuert. Egal, Spiderland ist eine der besten Alben aller Zeiten, hat aber leider nie den Bekanntheitsgrad, den es eigentlich verdienen würde erfahren. Zu hören ist sehr, sehr trauriger Gitarrenrock, bei dem die Songstrukturen sich auflösen. Washer, die beeindruckendste Nummer etwa ist eine Litanei aus wechselnder Dynamik mit zögerlichem Gesang. Leider kann man Slints Musik nur schlecht beschreiben, trotzdem dringende Empfehlung. Steht auf einer Stufe mit "I see a darkness" oder "Surfer Rosa" und ist auch so ziemlich die Schnittmenge aus den beiden genannten Alben. rein rechnerisch Postrock 4 von 5 PunktenSlints Spiderland ist ein wirklich sehr interessantes Niemandsland irgendwo zwischen in der Tat rockendem Post-Rock, noisigen Klangflächen und Mathrock-Eskapaden ... um einen kurzen Blick auf die Namedropping Landkarte zu werfen: in der Nähe von Drive Like Jehu / Sonic Youth / Explosions in the Sky ... naja ... und My Bloody Valentine sind sowieso allgegenwärtig ... obwohl all jene Bands erst wesentlich später entstanden als Slint. Für jeden Fan der genannten Bands sicherlich mehr als nur ein Reinhören wert, andere sollten der Platte mindestens eine Chance geben. |
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F a Infinity von Godspeed You Black EmperorAudio CD von Kranky (Cargo Records)Preis bei Amazon: EUR 16,99, Angebote ab EUR 8,35 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Juni 1998 |
Tracks:
ProduktbeschreibungF A INFINITY 5 Kundenrezensionen:Psychedelische Klanggebilde 5 von 5 Punktenf#a#infinity Godspeed You! Black Emperor war eine Bildungslücke, die ich Dank eines britischen Internetforums ausfüllen konnte. Ich outete mich als Fan der Isländischen Psychedelic Rock Band SIGUR RÓS, worauf ich als Antwort bekam, dass Sigur Rós eine schlechte Kopie von Godspeed You! Black Emperor wären. Man empfahl mir das hier rezensierte Album "f#a#infinity". Vorweg: Dass Sigur Rós eine Kopie von GY!BE sein sollen, möchte ich nicht gelten lassen. Sigur Rós' Anfänge gehen ein wenig in die Richtung von GY!BE - wem also der erste Longplayer "Von" der Isländer gefällt, dem könnte auch "f#a#infinity" gefallen. Das Album "f#a#infinity" enthält drei Tracks, die zwischen 16 und 29 Minuten lang sind. Sie beginnen zunächst recht leise und monoton, entwickeln aber eine zunehmende Virtuosität. Auch das Tempo steigert sich zum Ende der Titel. Freunde sphärisch-psychedelischer Klanggebilde werden von diesem Album wahrscheinlich begeistert sein. Man kann sehr schön darin versinken und sich treiben lassen, träumen und chillen. E-Gitarre, E-Bass und Percussion bilden den musikalischen Rahmen, der streckenweise von Violinen und anderen orchestralen Instrumenten unterstützt wird. Gesang gibt es eigentlich nicht. Zu Beginn oder auch mitten in den Stücken tauchen Sprach- oder gesangsähnliche Samples auf, die sozusagen "auf der Straße" aufgenommen wurden - u.a. ein apokalyptischer Straßenprediger aus Providence, Rhode Island. East Hastings, der zweite Track auf "f#a#infinity", ist sicher das Highlight dieses Albums. Der Stil dieser kanadischen Band ist im Bereich Progressive Rock mit klassischen Einflüssen anzusiedeln. Ich bin begeistert von dieser einzigartigen musikalischen Melange. Godspeed You ! Apocalypse Now ! 5 von 5 PunktenDer perfekte Soundtrack zum ende der Welt. Das absolutes Gänsehaut Album, unbedingt mal Nachts hören mit Kopfhörern (bei GY!BE sowieso pflicht). Unbeschreiblich 5 von 5 PunktenLeise, fast flüsternd, fängt es an, das atemberaubende Erstlingswerk der musikalischen Visionäre aus Kanada. Ein düster wabernder Bass nimmt den Hörer bei seinen ersten Schritten an der Hand auf dem langen, und leider doch viel zu kurzen Trip zum Ende der Welt. Plötzlich eine Stimme - "The car is on fire... and there's no driver at the wheel...". Einem depressiven Mantra gleich wird in einem mehrere Minuten dauernden Intro das Lächeln auf dem Gesicht weggezaubert und Eines ganz klar hervor gehoben - Die Apokalypse steht bevor, das hier ist ernst. Langsam setzt eine einsame Geige ein, ein melodiöses Wehklagen und gleichzeitig ein Hoffnungsschimmer in dieser allumfassenden Dunkelheit. So könnte man die Gefühle beim ersten Hören der ersten Takte von Godspeed You! Black Emperor's Album "f#a#°°" beschreiben. Wobei "Album" eigentlich ein viel zu schwaches Wort ist, um dem Gehalt dieses Kleinodes gerecht zu werden. Mit welcher Minimalität und Genialität die Kanadier hier arbeiten, ist beispiellos. Ein gut einstündiger Sturm aus Gefühlen, transportiert in Form von atemberaubenden musikalischen Arrangements, der es scheinbar mit Links schafft, den Hörer auch nach dem x-ten Hördurchgang mit seiner Zeitlosigkeit zu fesseln. So bietet das Album einen überaus interessanten , grob in drei Hauptstücke eingeteilten Spannungsbogen - von den ersten, oben erwähnten, tristen Momenten des "Dead Flag Blues" mit seinen später einsetzenden Post-Rock-Lastigen Gitarren und den immer wieder eingespielten Soundsamples, über ein grandioses, über große Teile fast schon punkig angehauchtes Segment bei "East Hastings", bis hin zur Auflösung des Ganzen im apokalyptischen Noise-Szenario von "Providence". Hierbei werden im Laufe der Spielzeit unterschiedlichste Kapitel der Musikgeschichte durchzogen und unterschiedlichste Genreschubladen fulminant in Szene gesetzt. Die Gesamtanzahl der verschiedenen verwendeten Instrumente wage ich nicht abzuschätzen. Was mir an diesem Album so gefällt, ist, dass es trotz seiner immensen Vielschichtigkeit für jeden ambitionierten Hörer etwas enthält, was er für sich mitnehmen kann, will sagen - das Werk bewahrt sich seine Homgenität (ein Aspekt, der mir im Musikbereich sehr wichtig ist) sowie seine Botschaft an das Publikum, schafft es aber dennoch, nicht langweilig zu werden, was letztendlich den gewünschten Effekt erzielt, nämlich den Hörer dazu zu bringen, sich mit dem abgelieferten Werk zu beschäftigen, ohne dass er sich dazu gezwungen fühlt. Der Faktor, dass die Band außerdem zu nicht einer Sekunde unglaubwürdig erscheint, macht somit doppelt Eindruck. So etwas schaffen (in meinen Augen) nur die Wenigsten. Letztendlich habe ich keine Wahl, als fünf Sterne zu vergeben. Auch wenn diese Ansicht nicht von jedermann geteilt wird und viele den folgenden Schlusssatz als plakativ abstempeln mögen: Dieses Album hat, als ich es vor knapp drei Jahren das erste Mal hörte, mein Weltbild und meinen Lebensstil verändert. Erschüttern und faszinieren tut es mich bis heute. Ganz große Klasse! Was bitte schön hören die anderen denn da? Ich höre etwas gänzlich anderes... 2 von 5 PunktenIch wünschte, dieses Album wäre das, was es hätte sein können. Eine dunkle Reise durch eine nie endende Nacht, dumpf glühende Lava, Klanggebäude kurz vom Einsturz, instrumentale Zerbrechlichkeit, Schmerz in Noten. Nein, tut mir leid. Vielleicht ist das alles mehr oder weniger gemeint, doch diese Kompositionen zeichnen sich nur durch ihre Länge aus, gehaltvoll ist das praktisch gar nicht. Wenn das die Avantgarde des Progrock oder Postrock oder was auch immer ist, dann sieht mir das zu wacklig aus. Zwar gibt es interessante Abschnitte, aber es wirkt nicht besonders ausgefeilt im Detail, hier sind keine Virtuosen am Werk, eher welche, die glauben, dass ein paar aufgenommene Soundschnipsel gesprochener Sätze mit apokalyptischem Hintergrund zusammen mit harmlosen Gitarrengegreife schon Kunst sein müssen, nur weil jemand vom Krieg raunt. Das könnte alles so spannend sein und ist doch so langweilig. Was hier musikalisch ausgedrückt wird, dafür hätten auch zwanzig Minuten gereicht. Und dann wäre es immer noch nicht innovativ. Doch genau das behaupten ja eine Menge Leute, und das sind nun wirklich keine Deppen, die das sagen. Warum gefällt mir diese Platte einfach nicht? Ich müsste sie mögen! Denn ihr Ansatz ist gut! Doch mit dem Anspruch muss sich eine Band auch zumuten, diesen musikalisch (und nicht nur konzeptionell) einzulösen. Zudem gibt es mehrere Beispiele (aber auch nicht viele), wo andere Formationen das sehr viel besser ausformuliert haben, wo wirklich etwas passiert, wo es Überraschungen gibt, wo man aus musikalischen Gründen den Mund aufmacht als Hörer... Eventuell habe ich gerade das falsche GYBE-Album gekauft. Zu viel Ehrfurcht vor dieser schwarzer Platte halte ich jedenfalls für grundlegend falsch. Wenn Sie wirklich etwas Unerhörtes kennenlernen wollen, ohne das weite Feld des Pop/Rock zu verlassen, dann holen Sie sich "In Praise of Learning" von Henry Cow. Besser wäre aber, sie wenden sich gleich den echten Pionieren zu, und die findet man nur im Bereich Klangkunst, Freie Improvisation oder in der Neuen Musik. Eine Reise in die Einsamkeit 4 von 5 PunktenDieses Album enthält eine Stunde Instrumentalmusik zwischen Postrock, Ambient und Soundtrack und ist faszinierend in seiner konsequenten Melancholie, Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit. DEAD FLAG BLUES (16:16 Min.) klingt wie ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Musik, die verloren wie aus einem verlassenen Country-Club herüberhallt, der irgendwo in einer verwitterten Geisterstadt im amerikanischen Niemandsland steht. Instrumente wie Gitarre und Geige erzeugen eine hoffnungslose Atmosphäre und verlieren sich unter dem endlosen grauen Himmel, der auf dem CD-Cover zu sehen ist. EAST HASTINGS (17:28 Min.) dürfte dem ambitionierten Horrorfilm-Fan bekannt sein aus dem Film "28 Days Later", und obwohl dieser Song 7 Jahre älter ist als der Film, ist es, als wäre er als Soundtrack dafür geschrieben worden. Wie der Protagonist durch das menschenleere London stolpert, untermalt von dieser Musik, hat sich fest in meine Erinnerung eingebrannt. Der Song baut sich auf einem einfachen Lick auf, schwillt an, explodiert, schwillt ab, baut sich erneut auf, um schließlich zu explodieren und in einer mehrminütigen Soundcollage mit deutlichen Ambient-Anleihen auszuklingen. Es folgt das Endzeit-Szenario von PROVIDENCE (21:15 Min.), das sich allerdings 8 Minuten Zeit nimmt, bis es mit Tribal Drums und E-Gitarre so rechte Dynamik aufnimmt. Es folgt ein verfremdeter Gesang, der wie eine entstellte Hymne klingt, der Platz macht für ein marschierendes Gitarrenriff und schließlich eine gespenstisch-bizarre Feierlichkeit, die alsbald von Ambient-Klängen weggewischt wird. Für angenehme Schauer ist gesorgt; die musikalisch gemalten Stimmungsbilder sind in sich nahezu perfekt, für gepflegte Traurigkeit ist gesorgt - aber zuviel von dieser Musik könnte der Seele auf Dauer auch sehr zu schaffen machen. |
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You Forgot It in People von Broken Social SceneAudio CD von Mercury (Universal)Preis bei Amazon: EUR 20,99, Angebote ab EUR 5,65 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: März 2004 |
Tracks:
5 Kundenrezensionen:Canada! 5 von 5 PunktenIch habe nur ein wenig bei den Künstlern der Canadian Music Creators Coalition gestöbert, dabei bin ich über BSS gestolpert. Zu dem gutes Karma kamen enthusiastische Beschreibungen, also habe ich einfach mal YFIIP bestellt. Es hat sich gelohnt! Ich weiß nicht viel darüber, ob das jetzt Postrock oder Indierock oder etwas anderes ist, aber die Musik ist abwechslungsreich, vielseitig und rockt ganz einfach. Das die Leute aus Canada kommen, ist auch nett, von dort habe ich in letzter Zeit schon ein paar (ganz anders klingende) Künstler kennen- und schätzengelernt, The Be Good Tanyas oder Po' Girl. Also: Go, Canada! Das wird sicher nicht die letzte CD von BSS sein, die ich mir kaufe, auch wenn YFIIP sicher in nächster Zeit nicht häufig in der Hülle liegen wird. postrock ist tot. 5 von 5 Punktenaus dem kanadischen umfeld von godspeed you! black emperor kommen broken social scene, und bewegen sich in dem weiten feld dessen, was man als postrock bezeichnet. wo bei gy!be oder auch a silver mt. zion eine verlorene apokalyptische grunstimmung herrscht, greifen bss pop anleihen auf, und verarbeiten sie in diesen großen stücken, ohne dabei in beliebigkeit abzudriften. diese platte ist groß, und genauso groß der fauxpas, sie erst jetzt, zwei jahre nach ihrem release, in deutschalnd zugänglich zu machen. Hui.... 5 von 5 PunktenEin ganz tolles album,es fliessen in diesem album sehr viele verschiedene Stilrichtungen zusammen, und geben eine gelungene mischung.Kc Accidental, pacific theme, almost crimes sind richtige klasse songs um nur ein paar zu nennen.So richtig postrock ist die musik definitiv nicht,aber man kann eh richtige Richtung angeben, das macht das album so interessant, aufjedenfall Kaufempfehlung!!!! herzergreifender Pop vom Feinsten 5 von 5 PunktenToronto, Kanada: Mehrere Avantgardisten, Postrocker und Freigeister beschließen, jetzt doch einfach mal Pop zu machen. Das ca. 10-köpfige Kollektiv Broken Social Scene ist geboren. Vor weg, die große Stärke dieses Albums: bei aller Komplexität ist es doch verdammt eingängig. Und das ist gut so: Musik für das Herz. Zum Abschalten und doch genauem Hinhören. Zehn Musiker benutzen die verschiedensten Instrumente um die tollsten Melodien und Harmonien zusammenzubasteln: mal sind es die guten alten Gitarren, ein schepperndes Schlagzeug, ein dröhnender Baß, tolle Streicher- und Bläsereinlagen oder gar ein verstimmtes Banjo. Und alles klingt vor allem nach einem: Spaß. Anspieltipps: Cause=time ; Anthems for a seventeen-year-old girl; Lover's spit ; KC Accidental vielschichtig und stellenweise laut 5 von 5 Punktenindie-pop in sehr feiner form, was die kanadier hier fabrizeirt haben. klassische elemente (wie z.B. die rhythmen) werden mit sehr schönen melodien unterlegt, und von lyrics und stimmen begleitet, die die songs nie erwürgen. die komplexität offenbart sich vor allem nach mehrmaligen hören in den vielen, kleinen (vor allem elektronischen) details, die als effekte und verzerrungen leise eingewoben wurden. beachtlich die ohrworm-bassline in "stars and sons", dem wohl eingängigsten stück, das auch im schlussteil beweist, dass ihre experimentierfreudigkeit durchaus kakophonische züge a la throbbing gristle, xiu xiu, smog, u.a. haben kann, das unglaublich beschwingliche "almost crimes", der fetzer "kc accidental" und die etwas an enya erinnernde "anthems for a..."-hymne. aber diese perlen, sind nicht wirklich notwenidg, es ist ein durch und durch gelungenes album. |
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Is That a Riot von Youngblood Brass BandAudio CD von CopycatsPreis bei Amazon: EUR 13,99, Angebote ab EUR 7,13 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
4 Kundenrezensionen:Eines der besten Alben der letzten Jahre 5 von 5 PunktenOhne viele Worte verlieren zu wollen, möchte ich dieses Album allen Freunden der Musik abseits des mainstream ans Herz legen. Mir gefallen alle Youngblood Alben, am besten bisher vermutlich "Unlearn", aber "Is that a riot?" toppt alle. Es ist einfach intelligente Musik, die trotzdem rockt! Die Band hat in der Tat einen neuen Sound, aber den begrüsse ich sehr. Alles ist einfach eine Spur trickier geworden: die Arrangements, die Beats und die Lyrics. Und noch ein Wort am Rande: wenn man ein Album nicht kennt und nur einmal reingehört hat, sollte man davon Abstand nehmen, hier eine Kritik zu veröffentlichen. Das nur an den ersten Rezensenten. Fazit: absolute heisse Scheibe! Edward Nortons Knie-Randale 4 von 5 PunktenSeit dem letzten Studio-Album der YoungBlood Brass Band aus dem Jahre 2003 ist viel passiert. Zuallererst natürlich mit der Musik, das wird niemand bestreiten, der dieses Album gehört hat. Waren die Alben "Center:level:roar" und "Unlearn" vom Stil her, sagen wir mal, Easy-Listening mit Tiefgang, die eigentlich so ziemlich jeder, der Musik gegenüber offen ist, gut finden musste ("Brooklyn" kam in Belgien unter die Top Ten), so ist dieses Album sehr viel experimenteller und weniger massentauglich. Die Wurzeln der Band, die im New Orleans Jazz liegen, sind hier nur vereinzelt und stark verzerrt wieder zu erkennen. Doch dass sich der Charakter der Band zwangsläufig verändern musste, war seit dem Weggang von Nat McIntosh, dem absolut sicken Sousaphonisten und Arrengeur der meisten YB-Stücke letztes Jahr klar. Denn er bildete nicht nur zusammen mit D.H. Skogen an den Drums die unübertroffen druckvolle und treibende Grundlage für die heftigen Bläsersätze und steurte einige unvergessliche Soli zu den Stücken bei; er arrangierte auch die meisten Stücke auf die altbekannte YB-Art. Er ist somit einer der Hauptgründe dafür, dass YB bis letztes Jahr so klang wie sie es eben taten. Ein solcher Weggang ist schwer zu verschmerzen. Kaum einer beherrscht das Sousaphon so perfekt wie er (und entlockt ihm solch verrückte Töne), ein gleichwertiger Ersatz konnte und sollte wohl keinesfalls gefunden werden. Für die Band war der Abgang des "Warriors" sicher auch eine Chance, einen neuen Stil zu finden und neue Wege zu beschreiten; und, oh ja, das tun sie mit diesem Album auch. "Is that a riot?" ist das Zeugnis der Loslösung vom Alten, und dem Versuch, Neues zu kreieren. Die Loslösung hat schonmal bestens funktioniert, eine neue Stilrichtung einzuschlagen ist nie einfach. Vor allem, wenn es eine Stilrichtung ist, die es noch gar nicht gibt. Man muss sagen: YB gelingt dies erstaunlich gut. Die Schwerpunkte der Musik sind nun etwas anders gesetzt (die Rythmusgruppe und auch das Saxophon spielen nun eine viel größere Rolle), und auch eine klare Linie in der Musik ist nicht unbedingt eindeutig zu erkennen. Es schleichen sich doch - man höre und staune! - einige leisere Töne in die (auch mal richtiggehend symphonisch werdenden) Kompositionen ein ("JEM"), der Saxophonist darf ordentlich solieren ("Ake", "Waiver") und es gibt einige Stücke, die deutlicher lateinamerikanische Einfüsse haben als früher("Sell me more or Like you just don't care", "Is that a riot", bekannt schon vom Live-Album). Und tja, manche Stücke sind auch einfach verrückt ("Bone Refinery", "Pala Minima"). Die Musik ist zum Teil viel leichter und unbeschwerter, dabei aber auch vielschichtiger, was einerseits durch vielerlei Experimente mit den Instrumenten an sich, andererseits durch komplizierte Rythmen und stärkere Einmischung des Drummers und MCs D.H. Skogen geschieht (das Fehlen von Nat McIntosh kann leider nicht ganz kompensiert werden, die treibende Kraft im Hintergrund fehlt trotz eines Percussion-Arsenals ab und an). Doch einige Chorusse haben dennoch ein sehr undursichtiges Schema. Lange, sehr laute und sehr hohe Töne, verquirlt mit diabloischen Percussion-Klängen, vereinzelten Urschreien des MCs und heftigsten Saxophon-Läufen findet man nicht nur einmal auf dem Album an. - Abgeschreckt? Sicher, leichte Kost ist das Album nicht durchweg. Doch auf der CD befinden sich viele kleinere und größere Perlen der Musik. Genauer hinhören lohnt eigentlich immer, sei es auf den Text, der eine weit größere Rolle einnimmt als bisher (das Album trifft politische und sozialkritische Aussagen nicht zu knapp), auf die Rythmen oder einfach die einzelnen Bläserstimmen. Wenn man näher hinhört, kann man aber auch ab und an kleinere Intonationsschwierigkeiten oder aber das gänzlich unnötige Zensieren von bösen, bösen Worten mitbekommen. Wollte man jetzt ein pathetisches Schlusswort schreiben so wäre dies sicher: Der Weg zu neuen Ufern ist nie leicht! Das Album der "neuen" Youngblood Brass Band macht aber in jedem Fall viel Spaß zu hören, wenn man sich denn darauf einlässt. Wer allerdings eine Fortsetzung von "Center:Level:Roar" erwartet hat, sei gewarnt. Doch mal ehrlich: Lieber man erfindet sich neu, als auf hohem Niveau still zu stehen. this is a riot !!! 5 von 5 PunktenEinfach kaufen - Du wirst es nicht bereuen!!! Einzigartig und schwer zu beschreiben!!! - das beschreibt den Stil der "Youngblood Brass Band" auf den Punkt. Allgemeines zum Stil der Youngblood Brass Band: die Musik ist eine Mischung aus Jazz (größten Teils Blassinstrumente), Schlagzeug + mehrere einzelne Drums die für den mitreisenden Beat der meisten Stücke verantwortlich sind, Rap / HipHop (vom Feinsten) wobei der Rap überwiegt. Die Band ist eine neunköpfige "Brass Band" Combo und ich kann nur sagen: noch nie habe ich Neun so perfekt aufeinander abgestimmte Künstler erlebt - die Jungs haben einfach Ahnung von dem was Sie da machen. Wer Center.Level.Roar noch nicht kennt sollte sich das Album ohne auch nur eine Sekunde zu zögern kaufen. Gefällt einem Center.Level.Roar steht auch dem Kauf von "is this a riot?" wirklich garnichts mehr im Weg. kleiner Tip: live ist die "Youngblood Brass Band" einfach unschlagbar und das Beste ist, dass Du auf dem Konzert wohl auch in den Genuss kommen wirst "Unlearn", kaum bzw. vielleicht auch garnicht im deutschen Handel erhältliches Album, käuflich zu erwerben. What happened to my YBB? 2 von 5 PunktenWer um alles in der Welt hat den Jungs bloß eingetrichtert, es neuerdings mit avantgardistischer Musik zu versuchen? Was machen all diese "Musik-Experimente" auf der Scheibe? Und vor allem: Wo bleibt das mitreißende Element, welches "center. level. roar." so gut gemacht hat? Ganz ehrlich: Wer vom letzten Album begesitert war, wird es schwer haben, sich im neuen Werk zurechtzufinden. An den Schwung und den Enthusiasmus reichen vielleicht gerade noch Stücke wie "But you can´t run" und "Is that a riot" heran. "March" und "Nuclear summer" haben zwar auch Energie, man braucht aber eine Weile, um in ihnen mehr als Krach zu erkennen. Der Rest des Album ist für Leute, die weder mit Rap/Hip-Hop noch mit avantgardistischen "Jazz-Versuchen" viel anfangen können, nicht zu empfehlen. Vielleicht habe ich mir die Songs auch noch nicht häufig genug anghört, am zum jetztigen Zeitpunkt muss ich feststellen: Ich bin ziemlich enttäuscht. |
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A Mouthful von The DoAudio CD von WagramPreis bei Amazon: EUR 15,98, Angebote ab EUR 9,97 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Sept. 2008 |
Eine Kundenrezension:Nicht jedermans Geschmack 4 von 5 PunktenAlso gleich mal vorneweg, die Stimme der Sängerin ist nicht jedermans Geschmack. Doch wenn man sich nach 3 x hören an die hohe Stimme (erinnert ein wenig an Björk) gewöhnt hat, bemerkt man auch die Ausdrucksstärke und Variation der Stimme (wenn auch durch elektronische Effekte erweitert). Wenn man das geschafft hat, kann man ein Album voller Überraschungen im Mixen von unterschiedlichen Musikstilrichtungen, gemischt zu einem neuem ganzen erleben. Ich freue mich auf das nächste Album dieser Band!! |
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Black Earth von Bohren & der Club of GoreAudio CD von Wonder (Indigo)Preis bei Amazon: EUR 13,99, Angebote ab EUR 9,91 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Oktober 2002 |
Tracks:
ProduktbeschreibungBLACK EARTH Aus der Amazon.de-RedaktionWenn Sunset Mission der famose Soundtrack zur nächtlichen, von schwachem Mondschein begleiteten Fahrt durch unwirtliche Gegenden des Ruhrgebiets war, dann gehen auf Black Earth sämtliche Lichter aus. Popul Vuhs Filmmusik zu Werner Herzogs Nosferatu - Phantom der Nacht ist Popmusik dagegen, Klaus Kinski als blutsaugender Untoter ein freundlicher Zeitgenosse. Die Mühlheim-Band Bohren & der Club Of Gore tritt auf sämtliche Bremsen, bohrt (sic!) sich langsam und wortlos in die Unterwelt, windet sich durch morbide Kanalisationsschächte und gräbt sich durch verschüttete Stollen, als wollten sie das begrabene Grauen ganzer Jahrhunderte an die mattschwarze Oberfläche befördern. Dort, wo überflüssige und weiter anwachsende Kohlehalden wie geldverschlingende Mahnmale als Symbole einer dekadenten Industriegesellschaft stehen. Quälend langsam schleift der Besen übers Schlagzeug und schafft dabei mal gerade einen BPM. Kontrabass, Melotron, Fender Rhodes und Saxofon befinden sich im Slow-Motion-Doom-Rausch. Die Instrumente verweigern jede Melodie. Es ist Horror-Jazz und Treibsand-Blues für die etwas anderen Chill-Räume mit ihren anthrazitfarbenen Wänden und eisig kalten Fußböden. Wer den Spaß sucht, Farben und Unterhaltung liebt, muss diese Musik hassen. Auf Black Earth scheint kein Licht, diese Platte ist ein wunderschöner 70-minütiger Albtraum. --Sven Niechziol 5 Kundenrezensionen:ruhe, wie sie auf friedhöfen herrscht 5 von 5 Punktenbohren, das ist... musik, wie sie morgens um 3.00 uhr in jazzkneipen läuft - kurz bevor der letzte gast, gescheitert an dem versuch seine depressionen in billigem whiskey zu ertränken, nach hause geht um sich das leben zu nehmen, und doch wieder an seiner eigenen feigheit scheitert. musik, so langsam, schwer und erdrückend, dass nirvana's "something in the way" daneben wie der fröhlichste party-song wirkt. vertonte verzweiflung und hoffnungslosigkeit. doom-jazz, wenn man so will. menschen die "bohren" hören, haben keine freunde - zumindest nicht für die 71 minuten spieldauer der 9 stücke des neuen albums "black earth", denn auch nur für einen hauch von hoffnung oder freude ist in der welt von "bohren" kein platz. die stücke tragen klangvolle namen wie "constant fear", "skeletal remains" oder "the art of coffins" - aber wer bei diesen bewusst an horrorfilme erinnernden titeln jetzt an black- oder deathmetal denkt, wird enttäuscht. was "harte" bands versuchen, durch geschwindigkeit und lautstärke umzusetzen, verkehren die mühlheimer ins morbide gegenteil. die spannung liegt im warten auf den nächsten ton. die langsamkeit ist nicht langweilend, sondern verströmt eine bleierne schwere, der man sich nicht entziehen kann. der titel ist programm - "black earth" eben: musik gewordene dunkelheit, zermalmende stille. passend dazu das artwork - schlicht, schwarz und schön, mit einem totenkopf auf dem cover, der zu sagen scheint: dieses album verströmt ruhe, wie sie auf friedhöfen herrscht. "Twin Peaks im Pott" 5 von 5 PunktenDie Apokalypse ist rein metaphorisch - oder IST diese Platte, die Doom Jazz allererster Sahne beinhaltet, DIE Apokalypse schlechthin?! Falls ja, ist die Charakteristik des Untergangs entspannt, melancholisch und düster. Sei's drum; Fakt ist, diese Scheibe eignet sich perfekt zum eigenen inneren Film, der beim hören abläuft und der eigene Untergang, der meditativ schwelgerisch ausgemalt wird. Bilder in Blau- und Grautönen von einsamen Kohleschächten, leeren U-Bahnstationen, Friedhöfen und urbanen Straßen; selbstredend alles bei Nacht und Regen, entstehen im Geiste. Wenn im Showbiz die Scheinwerfer ausgehen und die Vorhänge fallen, wenn hinter den Kulissen der Whisky rausgeholt wird und Depression, Desperation und Desillusion aufflammen, wird "Bohren & Der Club of Gore" gehört". Jede Wette.. Bohren & der Club of Gore - Black Earth 4 von 5 PunktenDie fieseste und dunkelste Mucke aller Zeiten kommt nicht aus dem Black, Speed, Gothic oder Thrash -Metal Genre. Nein! Es sind vier ganz gewöhnlich ausschauende Burschen, die suizid gefährdeten Menschen den letzten Ansporn geben können, um nun wirklich den Abzug des Revolvers ganz durch zu drücken. Bohren und der Club spielen nicht irgendwas einfach definierbares. Sie spielen Lynch'ianischen Slo-Mo-Barjazz mit morbider Taxi-Driver Attitude, getaucht im tiefstem Moll das die Welt jemals gehört hat. Kurz: Horror-Jazz. Anders als man es nämlich sonst von den ganz, ganz bösen dieser Welt erwartet, spielen Bohren keine schnellen Riffattacken runter und grunzen böse dazu ... ganz im Gegenteil. Keine Vocals, keine heavy Guitars, keine lauten Drums, keine Speed-Orgien... was zur Hölle bleibt dann noch? Bass, Saxophon, Klavier, akustische Gitarre etc. Die Instrumentierung entspricht also eher der einer typischen Jazz-Band und ja, im Groben sind sie das eben auch. Bohren versuchen den Hörer anders zu packen. Sie verweigern sich jedem Ansatz von Schnelligkeit, bannen jeden Moment der Hoffnung aus ihren pechschwarzen Klanggeschöpfen und zelebrieren in ihren rein instrumentalen Songs das, was vom Menschen nach einer langen Nacht mit zermürbenden Gesprächen und viel Alkohol übrig bleibt. Es entstehen bemerkenswert düstere und beklemmend, äusserst monotone Kompositionen die in ihrer Intensität kaum greifbar scheinen. So etwas wie Melodien? Ja, gibt es auch. Viel mehr orientieren sich Bohrens Gebilde im Grundstock aber an denen von Godspeed You! Black Emperor oder auch Mogwai, bei denen man einfach Musik aus einem Guss bekommt. Die eher das berühmte Kino im Kopf einschalten, mehr als Hintergrundmusik im positiven Sinne dienen, um den Zuhörer tief in seinen Gedanken versinken zu lassen. Dabei entsteht eine Bildgewalt, die selbst oben genannte Referenz-Bands in den Schatten stellt. Bei Bohren beherrschen Passagen fortwährender Stille oder sehr ruhiger Momente ganze "Songs". Aber gerade diese Spannungen wirken, kann man sich auf das Konzept einlassen, unglaublich intensiv, man könnte fast schon sagen zermürbend auf die eigene Seele. Die Songs einzeln in Worte zu fassen ist quasi ein unmögliches Unterfangen. Wer antesten möchte, sollte sich an den ersten Track, "Midnight Black Earth" halten, welcher meiner Ansicht nach alle wichtigen Trademarks dieser Band auf den Punkt bringt. Erwähnenswert ist noch, dass Track 6 ("Constant Fear") sowie 7 ("Skeletal Remains") ein wenig heraus stechen, ob nun positiv oder neagtiv muss jeder für sich entscheiden, da sie im Kontext einer Bohren Komposition schon fast flott zur Sache gehen. Eine gute Sache wie ich finde, weil es beim Zuhörer doch ein wenig "Erleichterung" schafft. Gleich im Anschluss fährt "The Art of Coffins" allerdings wieder gerade wegs in den seelischen Abgrund, für manche vielleicht schon zu tief... Eine Platte die Angst macht, zumindest mir. Gefallen wird sie vermutlich nur ganz ganz wenigen Menschen. Die Platte ist stark situationsabhängig (für die gute Laune der reinste Killer). Übrigens: alle vier Mitglieder von Bohren kommen aus der ehemaligen Live Band von ... Helge Schneider. Tiefste Abgründe 5 von 5 PunktenUltra-langsam, düster, morbide, nihilistisch und trotzdem irgendwie wunderschön. Menschen mit akuter Depression sollten die Platte aber besser meiden. In die Tiefe 5 von 5 PunktenIch bin kein typischer Jazz-Hörer, habe sonst nur ein paar Ausflüge 'nach' St. Germain gemacht, aber "Bohren und der Club" sind etwas Besonderes. Durch die Instrumental-CD zieht sich die Bassline mit der Gemächtlichkeit des schlagenden Herzens eines Pottwals, der in die Tiefsee hinabsinkt. Unwillkürlich hat man beim Hören der CD auch andere Bilder vor Augen: Regen, die nächtlichen Straßen einer US-Metropole, ein Ami-Schlitten mit Haifischflossen, der durch das urbane Schwarz gleitet. Wie ein alternativer Soundtrack zu "Blade Runner". Die CD ist ideal für das Alleine-Hören, schwarz und geschmeidig wie Samt, ohne zu deprimieren, eher, um den Status Quo des nächtlichen Alleineseins zu untersteichen, als "Hello darkness, my old friend ... ". |
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Feast of Wire von CalexicoAudio CD von QuarterstickPreis bei Amazon: EUR 18,98, Angebote ab EUR 10,39 Erscheinungsdatum: Sept. 2007 |
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ProduktbeschreibungFEAST OF WIRE |
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Geneva von Russian CirclesAudio CD von Suicide Squeeze (Cargo Records)Preis bei Amazon: EUR 16,99, Angebote ab EUR 9,67 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Oktober 2009 |
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3 Kundenrezensionen:Diskrepant 3 von 5 PunktenAlles, wie schon auf dem vorangegangenen Album (s. dort, nur ist die Spannweite in der Qualität der Stücke noch viel größer, von unsäglichem inhaltsleeren Ramsch-New-Age-Gedudel Marke Schlecker,Hintergrundmusik für Farbsauna für 2,99? bis hin zu dem einen Überhammer, der alles rausreißt, in diesem Falle das Titelstück. Wenn ich mir dieses tranceartige Psychedelic- Stück mit Metal-Fundament auf der entsprechenden Tanzfläche mit Stroboskop vorstelle, läuft es mir jedes Mal den Körper rauf und runter. Da braucht es mit Sicherheit keine Drogen, um einen in die Umlaufbahn zu schießen. Fazit: Kauft alles von Russian Circles und brennt euch eine best-of! Bekannte Terrains und neue Ufer 4 von 5 PunktenDas Trio aus Chicago/USA bedient den Hörer nun mit Vollzeitalbum Nr. 3. Ein stolzer Schnitt, sind doch seit ihrem ersten offiziellen Output "Enter" erst dreieinhalb Jahre durch die Länder gegangen. War erster noch ein ungeschliffener Rohdiamant aus der Sparte Post Rock/Metal, ging es auf dem 2008er Werk "Stations" schon etwas disziplinierter und zielorientiertrer zur Sache. Wiederholung scheint nicht auf dem Plan der US-Amerikaner zu stehen und so handelt es sich bei "Geneva" um ein Album, auf dem zwar zum Teil der rohe Charme "Enter"s zu finden ist, aber auch Platz für neue Wege geboten wird. Der Opener "Fathom" heuchelt schon fast ein Comeback der Vorreiter Godspeed You! Black Emperor vor, denn verquere Violinen eröffnen "Geneva", bevor nach einer knappen halben Minute zunächst Dave Turncrantz auf den Plan tritt und kurz darauf Mike Sullivan die ersten Riffs darbietet. Der Titeltrack weist leichte Parallelen zu "Harper Lewis", ebenfalls Titel 2 auf dem Vorgänger, auf, strotzt aber vor der Brachialität des gelobten "Enter". Besonders Brian Cooks aggressiver Bass fräst sich in das Bewusstsein. Zeit zum Verschnaufen und so bieten "Melee" und "Hexed All" fragile Melodien. Erstere bietet die genretypischen Crescendi und einen finalen Wall Of Sound, während zweiteres von der Violine geprägt wird und sich am ehesten mit dem "Stations"-Schluß "Xavii" vergleichen ließe. Das vorab veröffentlichte "Malko" bietet Dynamik, die dann von ungezügelter Energie gefressen wird. Wem das alles irgendwie bekannt vorkommt, bekommt mit "When The Mountain Comes To Muhammad" und "Philos" schlußendlich noch Arbeit auf den Tisch geknallt, denn nie waren Russian Circles epischer. Mit acht und zehn Minuten Länge gib es die längsten Tracks zum Ende hin und "When The Mountain..." fährt ungewohnt Bläser auf, aber auch gewohnte Gitarrenriffs. "Philos" präsentiert sich als standesgemäßer Rauswerfer - ebenfalls inklusive Blasinstrumentierung - der einmal mehr beweist, daß Russian Circles nicht nur die brettharten Metalriffs an den Mann bringen wollen, sondern auch so manchem Stiernacken eine Gänsehaut über selbigen zaubern können. "Geneva" ist ein weiterer gelungener Streich in der Russian Circles-Diskographie, auch wenn die beiden letzten Titel etwas Aufarbeitungszeit kosten können. Zwar haben sie an manchen Stellen bei sich selbst kopiert, aber das wenigstens gut und beweisen dennoch auch den Mut, neue Weg zu gehen. "Geneva" lädt auf jeden Fall zum Mehrfachhören ein und erweist sich als echter Grower. Ein überwältigendes Soundmonstrum 4 von 5 PunktenAuf den dritten Streich der drei Jungs aus Chicago hatte ich mich schon seit Wochen gefreut, halte ich doch Enter und Station für zwei der besten Platten, die das Genre Postrock/-metal zu bieten hat. Los geht es mit Altbewährtem, Fathom und Geneva schließen nahtlos an Station an. Da ist es wieder, dieses grandiose drumming von Dave Turncrantz; dramatisch, fesselnd, einzigartig. Das doomige Melee kommt eher auf leisen Sohlen daher und breitet sich nach und nach auf einem schier endlos scheinenden Soundteppich aus. Hexed all besticht durch eine unglaubliche Zartheit und Zerbrechlichkeit, und auch das am Anfang elektronisch verspielte Malko ist ein Stilbruch der angenehm groovenden Art. Die folgenden achtzehn Minuten haben es dann richtig in sich. When The Mountain Comes To Muhammad klingt einfach nur todtraurig. Der Totengräber-Bläserchor und die weinenden Gitarren erzeugen eine solch melancholische Stimmung, dass einem die Tränen kommen könnten. Wer nun denkt, dass einen das abschließende zehnminütige Philos doch bestimmt wieder etwas munterer werden lässt, der irrt. Philos klingt stellenweise sogar noch trauriger, noch erdrückender. Das Ganze wirkt phasenweise wie ein dicker zähflüssiger Brocken, der sich, so hat man das Gefühl, vehement dagegen sträubt, gemocht zu werden. Gerade der letzte Teil macht es einem wirklich nicht einfach. Diese sich scheinbar endlos dahinziehende Düsternis wird leider etwas übertrieben und überschreitet am Ende die Grenze zur Eintönigkeit. Meiner Meinung nach hätte dem Album die ein oder andere Auflockerung im Stile eines Harper Lewis oder Youngblood hinten heraus ganz gut getan. Nicht die beste Platte der Amerikaner, aber immer noch eine dicke Empfehlung! |
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The Great Destroyer von LowAudio CD von Rough Trad (Indigo)Preis bei Amazon: EUR 15,99, Angebote ab EUR 8,90 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Januar 2005 |
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2 Kundenrezensionen:What a surprise! 5 von 5 PunktenLow (=engl. "langsam") - doch davon ist auf der neuen Platte des genialen Trios nicht viel zu merken. Und trotzdem - Low bleiben trotz höherer Geschwindigkeit wunderbarerweise ihrem Stil treu. Nach wie vor melancholisch, betörend, bezaubernd und zeitweise betrübend - einfach wunderschön, wie jede ihrer Alben. Und nach so vielen wie Low herausgebracht hat, steht ihnen das Recht, sich einmal ein wenig neu zu erfinden mehr als zu denke ich! Alles in allem eine wunderschöne Platte, die vor allem für Fans garantiert ein MUST HAVE Schmankerl ist! low - neu und doch nicht schlechter 5 von 5 Punktenüberrascht war ich, als ich "the great destroyer" zum ersten mal hörte. nicht viel erinnerte mich an stücke wie "that's how you sing amazing grace". kraftvoll, komplex, nicht gar so rund wie vorherige alben präsentiert sich das neue album von "low". experimentelle töne schleichen sich vielmals ein und der einsatz der gitarren erinnert zeitweise an "codeine" oder "the cooper temple clause". fast schon wütend ist die stimmung der musik zeitweise - wohlgemerkt nur verglichen mit anderen werken von "low". wer diese musik nicht gewohnt ist wird wahrscheinlich immer noch in depressionen verfallen. "the great destroyer" ist keine platte die nur bei kerzenschein und einem schweren rotwein ihre volle wirkung entfaltet. auch ein glas whiskey on the rocks tut es in diesem fall, auch wenn es immer noch am besten bei nacht genossen werden sollte. sie ist keine schlechtere platte als die vorherigen, man sollte nur darauf vorbereitet sein "fröhlichere" und andere töne als auf "trust" zu hören. nur eins tut dieser platte auf jeden fall nicht gut: den verstärker über raumlautstärke anzuheben. dann wirken die songs zu massig und unverstanden. die macht der stille ist "low"'s wahres geschenk, und daran haben sie zwar ein wenig, aber nicht viel geändert. |
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Those Who Tell the Truth Shall Die, Those Who Tell the Truth Shall Live Forever von Explosions in the SkyAudio CD von Temporary Residence LimitedPreis bei Amazon: EUR 16,99, Angebote ab EUR 7,49 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Sept. 2001 |
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4 Kundenrezensionen:there ain't no world but this one! 5 von 5 Punktenzweifellos handelt es sich bei Explosions In The Sky um eine höchst bemerkenswerte band aus austin/texas, die auch gegenwärtig irgendwo im windschatten der neueren post-rock-welle (was immer das sein mag) segelt und deshalb in europa meist nur durch glücklichen zufall anlanden und den weg in die ohren williger hörer findet. leider! weil die heroen des genres länger am markt sind, drängen sich für eine erste beschreibung der musik von EITS nur einschlägige vergleiche auf. Mogwai und Godspeed You Black Emperor! können in der tat als äußere eckpfeiler der orientierung dienen. um das verhältnis zunächst negativ zu fixieren: EITS haben weder die epische überbreite von GYBE! (die so weit ist, wie der amerikanische kontinent), noch erreichen sie die schier einzigartige musikalische dichte von Mogwai. Das liegt schon an der instrumentierung der stücke, die einerseits auf den einsatz von komplexen und angereicherten sounds sowie auf jegliche art von fragmentiertem gesang verzichten und andererseits auch das verarbeiten sphärischer experimentalstrecken oder hörspielartiger szenarios (vgl. etwa GYBE! oder Set Fire To Flames) meiden. die gitarrenzentrierten stücke sind zwar zwischen sechs und elf minuten lang und bieten genügend raum für experimente. das musikalische patchworking und das langwierige ?entwickeln" und/oder zerfasern eines themas tritt hier jedoch zugunsten einer wiederholten motiverprobung in den hintergrund, die auch vor überraschenden musikalischen tempiwechseln (track 2 und 5) nicht haltmacht. die jungs aus austin kommen im ganzen sehr konzentriert und kompakt daher, wobei vor allem das treibende, expressive schlagzeug (mit sehr ordentlicher beckenarbeit) ins ohr springt, das nicht nur den fetten gitarrenstrecken den nötigen drive unterlegt. darüber hinaus gelingen EITS auch in den leisen parts höchst eigenständige musikalische motive von seltener schönheit. die spannung zwischen laut und leise, expression und verhaltenheit ist stellenweise von betörender schnörkellosigkeit. hier ist nichts überflüssig, die musik stimmt auch in der summe und vermag zu überzeugen. nicht verschwiegen werden soll auch, daß EITS - wie ihre großen brüder von GYBE! - zumindest auf ihrem ersten album ein eminent zivilisationskritisches anliegen verfolgen. Das zeigt nicht nur das artwork des covers. Auch der enigmatische titel des albums gibt erste, wenn auch dunkle hinweise: those who tell the truth shall die, and those who tell the truth shall live forever. das klingt zunächst nach nonsense, ist aber im ganzen einer naturreligiösen leitidee verpflichtet, deren inhalten man auch bei genauem hinhören etwas näher kommen kann. track 4 (have you passed through this night?) beginnt mit einer kurzen originalsequenz (filmmusik und o-ton) aus terrence malick's 1998 veröffentlichtem kriegsepos "the thin red line", der in seiner metaphysischen dimension den menschlichen tod als endstation sehnsucht und/oder durchgangsort zum ewigen leben der natur auslotet. wer mehr über die verbindung von ?shall die" und ?shall live forever" erfahren möchte, sehe sich den film an. Das album ist offenkundig von mallick's ideenkosmos und seiner grundlegenden sinnsuche im kriegsgeschehen inspiriert und kreiert dies auch in der aufteilung der stücke: die tracks 1-3 kreisen um das sterben, die tracks 4-6 um das ewige leben, wobei sich die stücke der zweiten hälfte auf jene der ersten beziehen und deren musikalischen themen weiterentwickeln. also auch für freunde von sogenannten konzeptalben eine echte herausforderung. im ganzen überaus lohnende musik, die aufmerksamkeit verdient. explosionen 5 von 5 PunktenWer auf Instrumental Musik steht sollte auf alle Fälle bei Explosions in the Sky eine Pause einlegen und in diese Klangwände eintauchen. Man zappelt förmlich mit dem langsamen Aufbau der Songs dem Höhepunkt entgegen welcher einer Befreihung gleich kommt. Alle die z.B. Mogwai, Godspeed you Black Emperor oder do make say think mögen, sollten dieses Feuerwerk nicht verpassen. Sehr gute Alternative zu GY!BE und Co 5 von 5 PunktenAuf EITS bin ich durch Mogwai und natürlich Godspeed You! Black Emperor aufmerksam geworden. Mit ersterem hat die Band nur die epischen Gitarrentracks gemein, da sie fast vollständig auf den bei Mogwai typischen Synthesizer verzichtet. Trotzdem erinnern die Stücke sehr stark an CODY (chocky, ex-cowboy, christmas steps) und etwas an das geniale Rock Action Album. Im Vergleich zu Godspeed You! Black Emperor bietet sich mit EITS eine gute Alternative und wer GY!BE, Do Make Say Think, The Silver Mount Zion, also alles vom Constellation Label mag, sollte sich auf alle Fälle die CDs besorgen. Bereuen wird er es nicht! Instrumentales für Genießer 5 von 5 PunktenDieses Album der Band aus Austin/Texas/USA ist deren zweite Veröffentlichung. Geboten wird hier Musik, die sich langsam in die Ohren des geneigten Hörers schleicht, um dann dort zu explodieren. Songs wie "Greet Death" oder auch "The Moon Is Down" schwingen sich zu ungeahnten Höhen auf. Auf Texte wird (bis auf einen Song)verzichtet. Der Instrumentalgenuss in seiner Reinform. Gut geeignet evtl. für Mogwai-Fans. Alternative Rockmusik für Kenner. |
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