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Schall und Wahn (Limited Special Edition) von Tocotronic
Preis bei Amazon: EUR 24,96, Angebote ab EUR 16,55 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Januar 2010
Tracks:
Aus der Amazon.de-RedaktionDer einst in der heutigen Bundeshauptstadt lebende David Bowie schuf mit Brian Eno in den 70er Jahren mit den epochalen Alben Low, Heroes und Lodger eine Berlin-Trilogie. Der Begriff fällt nun auch im Zusammenhang mit Tocotronic, denn nach Pure Vernunft darf niemals siegen und Kapitulation weist auch Schall und Wahn Bezüge zu Berlin auf: Hier wurden alle drei Alben der vom Diskurs-Rock zum mehr poetischen Pop geschwenkten Gruppe aufgenommen, hier wurde Gitarrist Rick McPhail als zweiter Gitarrist vollwertiges Bandmitglied und vor allem liefen alle Werke durch das Mischpult vom Produzenten Moses Schneider. Mit ihm wurden die herb-charmanten, krachigen, dilettantischen und bisweilen hölzern wirkenden Songs eleganter, vielschichtiger und musikalisch spannender - auch wenn die Tocos schon auf ihrem weißen Album Tocotronic andeuteten, dass sie anders können. Textlich stand das Quartett um Songschreiber Dirk von Lowtzow eh jenseits allen Zweifels. So wie auch Ton Steine Scherben irgendwann aufhörten Parolen wie ?Macht kaputt was euch kaputt macht? zu formulieren, so verzichten auch Tocotronic nun vermehrt auf Schlagworte. Die Band, die nicht nur Teil einer Jugendbewegung sein wollte, sondern eine Jugendbewegung rekrutierte, ist nämlich erwachsen geworden in Bild, Ton und Sprache. Es macht Spaß, die zwölf abwechslungsreichen Stücke zu hören. Reicht das Spektrum doch vom ausufernden und 8-minütigen ?Eure Liebe tötet mich? in bester Crazy-Horse- und Grunge-Manier zu feinem Pop, von rumpelnden Rock zu Streichern-Arrangements des Komponisten Thomas Meadowcroft wie Bläser-Passagen von Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels (JaKönigJa). Epen und Eruptionen, alles ist dabei. Die Texte sollen andere in stundelangen Analyse-Treffen sezieren und interpretieren, aber die akustischer Chamber-Pop-Nummer ?Im Zweifel für den Zweifel? ist große Lyrik. Ein flammender Appell, nicht immer den so bequemen und angstfreien Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. - Sven Niechziol 5 Kundenrezensionen:In Musik gegossene Dekonstruktion 5 von 5 PunktenTocotronic spaltet die Geister, spätestens seid ihrem herausragenden "weißen" Album. Ihr neues Werk "Schall und Wahn" ist da sicher keine Ausnahme, siehe die teilweise vernichtende Kritik anderer Rezensionen. Mein Votum dazu in aller Kürze: Zu Recht werden die Alben Tocotronics in aller Regelmäßigkeit in den deutschen überregionalen Feuilletons über den Klee gelobt. So auch dieser lyrisch-musikalische Blumenstrauß: Bis in die kleinste textliche Verästelung poetisch durchtränkt, ist jedes Lied auf "Schall und Wahn" ein in Tocotronic-typische Klangstrukturen gegossenes Gedicht. Eine besonders geglückte musikalische Neuerung ist die kindliche Zweitstimme auf "Die Folter endet nie" und "Das Blut an meinen Händen". Tatsächlich wird bei wiederholter Reflexion über die Texte auf diesem neuen Album ein ebenfalls nicht untypisches Muster deutlich: Assoziationen werden erzeugt, ironisch distanziert wieder zurückgenommen, nur um in vollendeter Form eine spätestens seit "Kapitulation" zum Grundmuster tocotronischer Metaphorik erhobene Grundhaltung zu verdeutlichen: die distanzierte Ratlosigkeit. Der Blumenstrauß ist der ironische Bruch mit der Annahme, hinter dem Strauß stünde mehr als nur die Tatsache, nicht Baum, nicht Fenster, nicht Wolke zu sein. "Schall und Wahn" ist in Musik gegossene Dekonstruktion: Hinter all den sprachlichen Zeichen ist...nichts. Wie heißt es in "Das Lied des Tyrannen" :"In mir brennt das Feuer, kalt modern und teuer, in mir strahlt das ewige Licht, doch dahinter gibt es nichts, außer mir." Tocotronic haben für diese Klarstellung nicht weniger als fünf Sterne verdient. Tocower?? 1 von 5 PunktenIch will wieder meine alten Tocs! Ich will die Band wiederhaben, die 96 mein Denken, in gewisser Weise auch mein Leben verändert hat! Oder eine zumindest so ähnliche. Vielleicht ist das auch nur schönfärberei des Vergangenen und ich habe sie zu der richtigen Zeit zum ersten Mal gehört, im richtigen Alter. Ich finde die Bemühungen Dirks von Lowtzow richtig zu singen gelinde gesagt schlimm. Dazu noch diese seltsam schwülstige Musik... Seit der "Weißen" ist es für mich aus. Ich habs echt probiert, ihnen immer wieder eine Chance gegeben, aber von Mal zu Mal wird es ärger. Ich komme einfach nicht mehr rein. Ich meine, ich verstehe ja, wenn eine Band nicht dreißig Jahre lang den selben Stiefel runterschrammeln will. Aber Tocotronic schaffen es mit jedem weiteren Album immer mehr, ihr Erbe zu demontieren. Und wenn jetzt irgend so ein Besserwisser ankommt und mir hier verklickern will, ich hätte irgendwas "nicht verstanden, kapiert, gefühlt, onaniert etc.", dem soll ich einen schönen Gruß von meiner Mama sagen: "Klugscheißer mag keiner und erst recht keine Leute, die denken dass sie schlauer sind als andere nur weil sie aus irgendeinem unersichtlichen Grund (Abi? Studium? Weltreise??) sich intellektüll überlegen fühlen." Der neunte Streich: Irgendwo zwischen The Velvet Underground, Berlin und protesthafter Nicht-Fingerzeig-Lyrik... 5 von 5 PunktenEs ist ein wenig kompliziert, die Inhalte der Scheibe in eigenen Worten - aufs Wesentliche reduziert - in Form einer halbwegs leserfreundlichen Rezension zu Papier zu bringen... Nun: "Schall und Wahn" titelt das bislang neunte und aktuelle Tocotronic-Album, die von diversen Musikmagazinen und Fachzeigschriften mittlerweile obligatorisch in den Himmel gelobt werden... Es scheint tatsächlich schon alles aus Gold zu sein, noch bevor von Lotzow, Müller, McPhail und Zank einen Gadanken fertiggedacht haben! ANdenken scheint völlig zu genügen... Und vielleicht liegt genau darin in gewisser Hinsicht auch die Magie von "Schall und Wahn". Einige der Texte, wie z.B. "Eure Liebe tötet mich" könnten ebenso gut in einem Lyrik-Band abgedruckt vor sich hinverstauben. Aber von Lotzow, der neben seinen alten vertrauten Bandkollegen einige Male noch zusätzlich noch von Streichern begleitet wird, hat den Luxus seine Texte über die gängige "Firma" TOCOTRONIC auf den Markt zu werfen - was sein hart erarbeitetes Recht ist, noch dazu wo man sich über die musikalischen Ergüsse auf "Schall und Wahn" wirklich nicht beklagen kann, auch, wenn ausgerechnet die Single-Auskopplung "Macht es nicht selbst" nicht unbedingt vor Einfallsreichtum strotzt... Was aber - laut Tocotronic selbst - viel mehr noch als die Texte im Vordergrund stehen soll, ist die MUSIK. Naja, um die geht es ja schließlich auch, sollte man meinen... Da sich Musik in heutiger Zeit mehr und mehr und wahrscheinlich fast ausschließlich NUR mehr über den SOUND definiert, hat man auch hier voll ins Schwarze getroffen. Herr Moses Schneider, der angeblich jeden hintersten Winkel im Studio mikrophoniert hat, um jedes noch so kleine Soundfitzelchen einfangen zu können, hatte wieder mal Recht. Die Rechnung ist voll aufgegangen! Einige Bandmitglieder haben in einem Interview vage Vergleiche zu Velvet-Underground-Studiosessions hergestellt, was ich - so zurückhaltend es auch formuliert war - nicht einmal als ganz so weit hergeholt bezeichnen möchte! Eigentlich stellt sich jetzt nur noch die Frage, wie es weitergehen kann/soll. Nachdem "Kapitulation" - das ich trotz allem Lob nach wie vor über den Neuling stelle - als geniales Konzeptalbum mit Lobeshymnen wie etwa (die hab ich mir gemerkt, weil sie sooooo schööööön ist) "Manchmal haben die intelligentesten Musiker auch die beste Musik" überschüttet wurde und man von Rick McPhails offiziellem Einstieg von "Pure Vernunft darf niemals siegen" weg bis "Schall und Wahn" von einer "abgeschlossenen Berlin-Triologie" spricht, riecht alles ein wenig nach ABSCHLUSS. Es ist schon überraschend genug nach dem genialen Vorgänger "Kapitulation", der mit einzelnen Songs ebenso glänzt (noch mehr als der Neuling) wie als Gesamtkonzept ein derart starkes Nachfolgewerk zu präsentieren. Ich kann mir aber ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass Tocotronic jetzt nochmal einen oben draufsetzen kann - so sehr ich mir das auch wünsche! Fazit: "Schall und Wahn" wird seinem Namen in vielerlei Hinsicht mehr als gerecht. Die Scheibe funktioniert als Gesamtkonzept - vom melodiösen Starter "Eure Liebe tötet mich" bis zum ebenso melodiösen Finale "Gift" - vielleicht sogar noch besser als "Kapttulation" oder "Pure Vernunft darf niemals siegen" oder auch "Tocotronic". Wer nach einzelnen Hit-Singles sucht, könnte vom Tocotronic-Neuling aber ein wenig enttäuscht sein, denn außer "Macht es nicht selbst", das in erster Linie vom Text und Sound (so wie die ganze Platte überhaupt) lebt, bietet sich nicht allzu viel an, das man schnell mal abspielt, um in Schwung zu kommen... ABER: Gute Musik braucht Zeit und hat sich diese auch verdient. Also: Zurücklehnen, Kaffee bereitstellen, CD auflegen und GENIESSEN!! Hamburger Schule in ihrer alten Form war vorgestern (von "Digital ist besser" bis zumindest teilweise "K.O.O.K."), die sogenannte "Berlin-Triologie", zu der ich stilistisch, auch wenn sie nicht dort aufgenommen und produziert wurde irgendwie auch "Tocotronic" (2002) zählen würde scheint abgeschlossen... TOCOTRONIC und Fans bereiten sich - im Genuss des eben Geschaffenen schwelgend - insgeheim auf das 3. ganz GROSSE KAPITEL der Tocotronic-Periode vor!! Ich bin jedenfalls äußerst gespannt!! Meine Bewertung: Wie gesagt finde ich ich beispielsweise "Kapitulation", aber auch einige der Frühwerke (die ich halt einfach lieb habe) vorerst einmal "besser" als "Schall und Wahn". Trotzdem finde ich 5 STERNE für das Gesamtkonzept "Schall und Wahn" absolut angemessen! Zum Schluss nochmal, weil's so schön ist: "Manchmal haben die intelligentesten Musiker auch die beste Musik" [Zitat aus dem Rolling Stone zum Vorgänger "Kapitulation"] P.S. Danke an alle Leser für ihr unerschütterliches Durchhaltevermögen!! Großartig !!! Ein Meisterwerk !!! 5 von 5 PunktenUnglaublich was heute doch noch geht!!! Ein Meisterwerke deutscher Rockmusik!!! Jeder Song von unglaublicher Intensität,textlich sowohl musikalisch grandios!!! Wenn man einen Song überhaupt herausheben soll dann Die Folter endet nie!! Genial auch die Limited Edition mit Buttons,Aufkleber,Postern und Booklet. Hier sollten die sogenannten Topbands wie Silbermond,Ich und Ich,Sportfreunde Stiller( Anmerk.: die grausamste Band) usw... mal erst in die Lehre gehen wie man heutzutage Rockmusik richtig mit Verstand angeht. Sprecht mich an mit Engelszungen 5 von 5 Punkten"Wer zuviel selber macht, der macht sich krumm ... ausgenommen Selbstauslöschung". Von wem sonst als Tocotronic könnte sein ? Aus wessen Feder könnte sonst eine solche Zeile entspringen wenn nicht Dirk von Lowtzow ? Tocotronic ... angefangen als 3 Hamburger Jungs, die kaum 3 Akkorde spielen konnten, eine verdammte Wut auf alles hatten und diese eiskalt präsentierten. Mit K.O.O.K. haben sich die Jungs musikalisch wie Textlich weiterentwickelt. Lyrischer als die ersten Jahre dichtet Dirk ab diesem Album. So als würden sie endgültig erwachsen werden. Mit "Kapitulation" aus dem Jahr 2007 stehen endgültig ganz andere Tocotronic auf der Bühne und auch im Studio. Aus den rebellischen Jungs sind erwachsene Männer geworden. Und ebenso wie sie gereift sind, ist ihre Musik gereift. Und "Schall und Wahn" ist nicht mehr und nicht weniger als die logische Folge von "Kapitulation". Die Gitarre rückt noch ein Stück mehr in den Hintergrund, die Soundexperimente wachsen... es entsteht etwas Großes. Etwas dass größer ist als alles was sie jemals gemacht haben. Streicher, Chöre, Harfen und was auch immer ... ist auch egal... es klingt einfach wundervoll großartig! Textlich ist "Schall und Wahn" jedoch düsterer und depressiver als die früheren Alben. Der erste Track "Eure Liebe tötet mich" ist brutal geschrieben. Ein 8 Minuten Epos, mit wenig Text und großartigen Sounds. "Ein leiser Hauch von Terror" ist wieder ein Stück mehr Tocotronic. Kein ganz so dramatisch wirkender Text und dennoch faszinierend. Ein mitreissender Rythmus und Dirks typische Art zu singen wirken hier auf der Hörer ein und beeindrucken auf ganzer Linie. Mit "Die Folter endet nie" ist der dritte Track für mich der vielleicht stärkste des Albums. Beklemmend, düster und voller Leid ... aber auch Hoffnung gibt es hier "Und von heute an, leben wie ewig". Ganz starker Chorus. "Das Blut an meinen Händen" ist die wohl untypischste Nummer des Albums. Sanfte Klänge und ein gefühlvoller Gesang machen den Song zu einem Unikat, wenn auch nciht unbedingt zu einem absoluten Highlight der Platte. "Was du auch machst/Mach es nicht selbst/auch wenn du dir/den Weg verstellst" als erste Single auszukoppeln ... naja... es ist wohl die Nummer die von allen auf dieser Scheibe "Kapitulation" am nächsten kommt. Wie dem auch sei, großartiger Song, der sobald er einmal im Kopf ist, so schnell nicht wieder heraus will. "Bitte oszillieren sie" ist eine hervorragende kurze Nummer, wie sie besser nicht sein könnte. Ein ganz großes Lied von den Tocos, Respekt!!! Der Titelsong fängt an... als ... naja... ich sags mal so ... Pink Floyd hätten kein besseres Intro schreiben können. Einfach wundervoll!! Der Song geht ins Ohr, hat einen tollen Text und kann in allen Belangen überzeugen. "Im Zweifel für den Zweifel" ist eine von akustischer Gitarre begleiteter Dirk von Lowtzow, der wieder einmal seine lyrischen Fähigkeiten erstklassig unter Beweis gestellt hat. "Im Zweifel für die Bitterkeit/Und meine heißen Tränen/bleiern wird mir meine Zeit/Jetzt muss ich noch erwähnen:/Im Zweifel für den zweifel" ... was will man mehr ? "Keine Meisterwerke mehr" erinnert vom Aufbau her vielleicht ein wenig an "Explosion". Viel Instrumental für einen so kurzen Song und wenig Text. "Stürmt das Schloss" ist ein typischer Tocotronic Rocker wie man es aus alten Tagen gewöhnt ist. "SDS/SDS/SDS" "Gesang des Tyrannen" ist wie ein Märchen. So unreal und traumhaft. "Gift" ist dann mit 8:30 der epische Abschluss für ein episches Album einer epischen Band. Das ist wohl Tocotronics "The End" oder "European Son". Wieder sehr wenig Text für sehr viel Musik. Es passt, harmoniert und stimmt einfach vollkommen. Insgesamt haben sich Tocotronic eindrucksvoll nach 3 Jahren zurückgemeldet und die Messlatte für weitere Alben 2010 schon einmal recht hoch gelegt. Egal wer kommt und das Album des Jahres aufnehmen will, muss erst einmal an Tocotronic vorbei kommen. Respekt vor den 4 Jungs aus Hamburg. Bitte weiter so und mehr davon ! |
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