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Funeral von Arcade Fire

Zoom Produkt-Bild: Funeral
Audio CD von Rough Trad (Indigo)
Preis bei Amazon: EUR 8,97, Angebote ab EUR 3,84

5 Punkte, sehr zu empfehlen! 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: März 2005
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Tracks:

  • Neighborhood 1 (Tunnels)
  • Neighborhood 2 (Laika)
  • Une annee sans lumiere
  • Neighborhood 3 (Power Cut)
  • Neighborhood 4 (Kettles)
  • Crown Of Love
  • Wake Up
  • Haiti
  • Rebellion (Lies)
  • In The Backseat

Produktbeschreibung


FUNERAL

Aus der Amazon.de Redaktion


Die Randgeschichten, die Funeral erzählt, kommen einem bekannt vor. Ende der 90 haben Eels-Mastermind E Todesfällen in der Familie und im Freundeskreis seelische Nackenschläge versetzt, die dann in dem herausragenden Album Electro-Shock-Blues aufgearbeitet wurden. Funeral von Arcade Fire weist starke Parallelen auf. Zwischen Sommer 2003 und Frühjahr 2004 trug die Band aus dem Montreal mehrere Angehörige zu Grabe. Immerhin konnten die gerade gegründete Gruppe die Hochzeit ihrer Mitglieder Win Butler und Régine Chassagne feiern. Das Debütalbum nannten die Kanadier trotzdem Beerdigung. Das lässt vermuten, dass die Stimmung drückend ist und die Noten Trauer tragen. Stimmt auch, stimmt aber auch nicht. Es geht neben Tod in den umwerfend guten Songtexten von Funeral auch um Ängste, Verzweiflung, Kälte und Zwänge. Oder die nie gesehene Heimat von Chassagne, deren Eltern Haiti verlassen mussten. Die musikalische Assoziationskette, die an einem vorbeirauscht, reicht von Pulp, Radiohead über David Bowie, Magnetic Fields, Tindersticks bis hin zu British Sea Power. Doch Arcade Fire sind keine Gruppe, die klingt wie...Arcade Fire haben extrem schnell eine ureigene, vielschichtige Klangsprache gefunden, die einen in Tempo, Stilistik, Schönheit und Gefühlschwankung immer wieder überrascht, hin und her reißt. Zwischen Indie-Rock, Hafenmusik, Trauermärschen und Tango wühlen Gitarren, Xylophon und Streicher ( was für Geigen!!) schwer in der Seele herum. Ganz, ganz großes Kino, dieses Album! --Sven Niechziol
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

Liebenswerter Staubfänger.
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Bei mir ist das so: CD kaufen, anhören, noch einmal einzelne Stücke anwählen. Ins Regal stellen und etwas reifen lassen. Manche Werke schaffen es dann nur noch sporadisch aus ihrem Versteck heraus in den Player. Einige Alben werden wieder und wieder, manchmal aus Sehnsucht, mitunter auch zufällig, ausgegraben. Aber hier ist der Fall anders:

"Funeral" vom wunderbaren Kollektiv Arcade Fire um Leiter Win Butler und Ehefrau Regine Chassagne haben aktive Trauerbewältigung betrieben und veröffentlicht, wie es evtl. sogar noch nie zu hören und fühlen war!

Dieses Werk fesselt mich so, dass es "Funural" als nur eines von fünf Alben nie ins Regal geschafft hat und trotz regelmäßiger Nutzung dort seinen Anteil an Staub aufnimmt.

Staub passt ja auch irgendwie zum Thema.

Ich denke, wir altern gemeinsam.

Weller.
Musikalischer Frontalangriff!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Feuer frei aus allen Rohren heißt es, wenn Arcade Fire ihre Musik präsentieren. Geschossen wird mit allem, was Geräusche von sich gibt. Egal ob Schlagzeug, Gitarren, Piano, Bass, Xylophon, Violine, Drehleier, Pauken oder Percussions. Die kanadische Band, rund um das Ehepaar Win Butler und Regine Chassagne, präsentiert Musik in ihrer ureigensten Form. Von minimalistisch klein bis orchestral, bombastisch groß reicht dabei die Palette der Songs auf -Funeral-. Ein Album aus einem Guß, wie es nur wenige auf dem Musikmarkt gibt. Vergleiche sind da schwer. Hier und da vielleicht ein bisschen Talking Heads, da und dort eine Prise Brian Eno oder Peter Gabriel, aber so richtig einordnen, lässt sich die Musik von Arcade Fire nicht. Und das ist gut so. Was sich schon beim ersten Hören tief in die Gehörgänge brennt, das wird beim mehrmaligen Hören eher noch besser. Seit fünf Jahren wandert -Funeral- immer wieder in meinen Player. Das wird vermutlich auch in Zukunft so bleiben.

-Neighborhood(Tunnels)- beginnt mit einem verstimmten Piano und wird danach von Win Butlers Stimme und einem Wirrwarr von Instrumenten zum Leben erweckt. -Neighborhood(Laika)- klingt tatsächlich ein wenig wie der gute alte David Byrne. Ein Akkordeon gibt dem Song die besondere Note. -Une ane saans lumiere- ist das ruhigste Stück von -Funeral-. Die Stimmen von Win Butler und Regine Chassagne transportieren dabei jede Menge Gefühl über das Mikro. Mit dem musikalischen Feuerwerk -Neighorhood(Power Out)- geht es in Hochgeschwindigkeit weiter. Gefolgt von -Neighborhood(Kettles)-, das sphärisch und folkmässig zum Träumen anregt. -Crown of love- hat etwas von einer John Lennon-Nummer. Ein Klasse Song. Der absolute Bringer ist -Wake up-. Mit dieser Hymne haben sich Arcade Fire schon zu Lebzeiten ein musikalisches Denkmal gesetzt. Regine Chassagne setzt -Haiti- ganz allein in Szene. -Rebellion- ist ein typischer Arcade Fire Song. Völlig beherrscht vom Rhytmus und einem Piano Stakkato. -In the back seat- beendet das geniale Album aus dem Jahr 2005. Da gibt es von Rock über Pop bis hin zu Musical-ähnlicher Musik noch einmal alles, was die kanadische Gruppe zu bieten hat.

Ich schreibe immer gern über Alben, die ich ihnen ans Herz legen möchte. -Funeral- gehört in jedem Fall dazu und sollte in keiner Plattensammlung, die etwas auf sich hält, fehlen. Wenn sie die Band aus Kanada, die in keine musikalische Schublade passt, noch nicht kennen, dann wird es allerhöchste Zeit. Zulegen, reinlegen, aufdrehen und genießen!
Album des Jahrzehnts
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Bevor ich "Funeral" das erste Mal abspielte, war es wie bei jedem anderen Album: Eine halbe Erwartung, dass die Platte dem Hype nicht gerecht wird. Dass das Album ein, zwei gute Songs hat, der Rest nur Beiwerk ist und es schließlich für immer im Regal verschwindet. Dass ich das Album ein paar Monate konsumiere, dann archiviere, für immer.
Doch etwas anderes geschah, als ich zum ersten Mal den Opener, Neighborhood #1 (Tunnels), hörte. Diese Melodie. Dieses Klavier im Hintergrund. Dieser sich forttreibende Rhythmus, begleitet von märchenhaften Lyrics. Dieser Song! War mir bewusst, dass ich meinen persönlichen Song des Jahrzehnts hörte? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Tunnels hat verschiedene Funktionen: Zumal ist es der Vorreiter für eine legendäre Reise: Die Nachbarschaft ist im Schnee vergraben, jedoch finden zwei Personen zueinander, leben zusammen in ihrer eigenen Welt, bis sie alt werden und vergessen, dass es da draußen noch irgendetwas anderes gibt. "You changed all the lead/sleeping in my head." Danke, Win Butler. So wie die Liebe den Kopf des lyrischen Ichs verdreht, verdreht deine Band meinen Musikgeschmack. Desweiteren ist Tunnels ein Kunstwerk, das wunderbar für sich alleine steht. Möchte man die Essenz von "Funeral" kompensiert einfangen, schnell konsumieren, so bietet Tunnels genug Stoff für den hiesigen Arcade-Fire-Junkie. Ich könnte so viel über dieses Lied schreiben. Aber gehen wir weiter, die Tracknummer zeigt "2".
Neighborhood #2 (Laika) zerstört eine große Furcht, die ich nach dem hören des Openers hatte: Dass alles, was kommen mochte, nur noch abgedroschen, belanglos wirken würde. Arcade Fire toppen zwar nie Tunnels auf ihrem Debütalbum, aber das haben sie auch nicht vor. Laika ist eine Kampfansage gegen all die Zweifler. Aggressiver als der erste Track stampft auch dieser Song durch alle Membrane. Vielleicht wirkt das Geschreie Butlers hier etwas abschreckend, jedoch vereint der Refrain alles wieder in Harmonie. Indes wird das Märchen weitergesponnen, es wird kompletter.
Une Année Sans Lumiere gönnt dem Hörer eine kurze Verschnaufpause, doch wäre es fatal, in blinder Gier den nächsten Track anzuwählen: Arcade Fire präsentieren sich zwar von der balladischen Seite, eine wirkliche Überraschung in dem Song fehlt. Aber die simple, verführerische Melodie lässt den Song dahinschweben, und ehe man sich versieht, befindet man sich beim nächsten Track. Wie schnell man den Sinn für Zeit verliert!
Neighborhood #3 (Power Out) lässt den rockbegeisterten Hörer wieder jubeln, Arcade Fire prügeln die näcshte Offenbarung aus ihrem Intrumentensortiment. Der Drall erinnert an Laika,
jedoch ist hier die Melodie klarer, bewusster. Ohrwurmgefahr. Dieser Song kratzt am Thron von Tunnels, hat aber eine ganz andere, wunderbare und eigene Note. Wie vielschichtig diese Band ist, sollte nun jeder begriffen haben.
Neighborhood #4 (7 Kettles) schließt den Kreis, der sich um die Nachbarschaft schmiegt. Wieder eine Ballade, wieder dieser ehrfürchtige Gesang, diese Melodie, diese Lyrics. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber was will man noch sagen? Sich Definitionen und technischen Bimbam aus der Nase ziehen, den Song zerstückeln? Oder einfach sagen, dass er wunderschön ist? Entscheidet selbst.
Crown of Love könnte dann so etwas wie Monotonie hervorrufen, es folgt eine weitere Ballade. Auf den ersten Blick scheint dieser Song vor Kitsch zu platzen ("If you want me, please forgive me"), doch seltsamerweise bleibt dieser Kitsch aus. Ein Freund von mir, ebenfalls Arcade-Fire-Fan, verteidigt diesen Song. Er sei das einzige Liebeslied mit gewöhnlichen Lyrics, das keinen Kitsch hervorrufe. Ich denke, er hat Recht, und glaube weiterhin, dass das viel mit dem ungewöhnlichen Ende zu tun hat. Butlers Stimme wird plötzlich immer euphorischer, und ebenso die Instrumente - das Lied verwandelt sich auf einmal in eine Uptempo-Nummer, einen Rocksong, und endet schließlich. Dieser kurze Endteil könnte schon allein genug Material für einen selbstständigen Song beinhalten, aber Arcade Fire verballern diese Komposition, als hätten sie noch viel besseres auf Lager. Sie überraschen mich immer wieder auf dieser Platte.
Wake Up ist, milde ausgedrückt, der nächste Kracher. Ein Stadionsong. Ein Aufruf zur Euphorie. Unheimlich simpel, unheimlich effektiv. Arcade Fire geben auch diesem Song wieder ein ungewöhnliches Ende, krempeln ihn um, verursacht Kirmes in den Ohren.
Haiti ist, nunja, erschreckend aktuell. Dieser Song ist ein Dokument dafür, was dieses Land offenbar so wunderbar machte. Wie es Magie verströmte, obwohl es als eines der Ärmsten galt. Es ist ein Echo aus der Zeit vor dem Erdbeben, das alle diese Träume hat platzen lassen, die durch die Stimme von Regine widerhallen. Macht das alles "Funeral" noch effektiver? Politisch? Ich denke nicht. Man sollte Haiti als eine Momentaufnahme behalten, denn hinter seinen Umständen ist dieser Song eine fantastische Fanfare, die irgendetwas weckt. Bei mir war es der Drang, an den Strand zu gehen.
Rebellion (Lies) ist dann noch mal eben so einer der besten Popsongs des Jahrzehnts. Ich weiß, überall Superlative, aber was bleibt mir anderes übrig? Der neunte Track donnert durch Mark und Bein, fordert zum Tanzen und Singen auf. Hat nur wenig Abwechslung zwischen Refrain und Strophe, aber zur Hölle - wieso ändern, was dermaßen abgeht? "All in all it's just a lie!" Ja, es wäre eine Lüge, zu behaupten, man würde bei Rebellion (Lies) nichts fühlen.
In The Backseat schließt das Album dann doch ab. Irgendwann ist Ende, leider auch hier. Aber Arcade Fire denken nicht daran, an ihre neun Übersongs eine belanglose Coda anzutackern. Sie tragen noch mal dick auf. Alice im Wunderland, die wunderbare Ruhe auf dem Rücksitz. Der Refrain kommt aus tiefstem Herzen und animiert ans Mitsingen. Fordert noch einmal den Hörer dazu auf, in Arcade Fires Welt einzutauchen. Führt ihm eine unfassbare Melodie vor, die durch Regines himmlichen Gesang die unschuldige Zusatzwürze bekommt. Dann ist Schluss und man fragt sich, ob es das Wert war: Zu wissen, dass man eine der besten Platten der Dekade gehört hat, aber gleichzeitig einzusehen, dass die Magie des Ersthörens für immer verloren ist? Nein - "Funeral" wird rotieren, immer wieder. Wenn es nicht irgendwo erschallt, wird es in den Köpfen der Menschen festsitzen. Ist der eine Ohrwurm bekämpft, ist der nächste an der Reihe.

Vielleicht ist das alles übertrieben, aber "Funeral" hat mir die Musik gezeigt, die ich vielleicht gesucht habe. Die Platte vereint alles, was ich an Musik liebe. Die Komplexität und Einheit des Albums. Schöne, schwebende Melodien. Märchenhafte Lyrics. Liebevolle Instrumente.
"Funeral" hat eine Antwort, die nur wenige Alben haben: Der Mensch und sein Wissen, warum er Musik braucht - damit er dieses Album hören kann, immer wieder.

10/10
Könige des Alternative
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Eines der besten Alben ever.Schon unzählige Male im CD Spieler gewesen und erzeugt beim ersten Lied (Neighborhood, reinhören!) immer noch Gänsehaut.
Perfekt ?!
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Gibt es ein perfektes Album ? Wo einem jeder
Song von vorn bis hinten zusagt. Es gibt sicher ganz
wenige wenn man mal ehrlich ist, aber Arcade Fire's Funeral
gehört mit sicherheit dazu. Denn genau so sollte Musik
sein, es macht einfach spass. Die Musik ist intensiv
und hat power (die Stimmer von Win Butler sagt mir sehr zu).
Ein Band die den hype gerecht wird,man schaue
sich mal die ganzen positiven Kritiken in der Presse an, der wahnsinn !

Danke Arcade Fire.
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