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Closer von Joy Division

Zoom Produkt-Bild: Closer
Audio CD von London Rec (Warner)
Preis bei Amazon: EUR 9,97, Angebote ab EUR 4,24

5 Punkte, sehr zu empfehlen! 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung)
Erscheinungsdatum: Sept. 1999
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Tracks:

  • Atrocity exhibition
  • Isolation
  • Passover
  • Colony
  • A Means To An End
  • Heart & Soul
  • Twenty Four Hours
  • The Eternal
  • Decades

Produktbeschreibung


CLOSER

Aus der Amazon.de-Redaktion


Rückblickend scheint es so, als würde das zweite und letzte Album dieser Manchester Postpunk-Band deutlich auf den Selbstmord des Sängers Jan Curtis hinweisen, der ein paar Monate vor der Veröffentlichung des Albums stattfand. Die Band spinnt ein nachhallendes Netz aus Melodien in Moll. Dazu Curtis' zittrige Bass-Stimme -- das klingt schon düster genug.
Achtet man dann noch auf den Text, wird der Bezug zu ultra-finsteren Geschichten von J.G. Ballard und Joseph Conrad deutlich. Die Leere mit all ihrem Schrecken zerriß Curtis förmlich von innen heraus. "I put my trust in you" singt er, aber wie er es singt und der Klang seiner Stimme lassen keinen Zweifel daran -- sein Vertauen wurde enttäuscht. Aber die Musik, so grimmig und kraftvoll wie sie ist, zeigt die Richtung, die die hinterbliebenen Bandmitglieder als New Order einschlugen und dabei noch die mechanische Power der Club-Rhythmen in ihre Musik mit einbrachten. --Douglas Wolk
© 1998-2010 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften

5 Kundenrezensionen:

"Mitschwimmen"
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Ein weiteres Meisterwerk von JOY DIVISION..!!
Diese Band gehört mit zu den Urvätern des späteren gothic oder dark - wave !!
Einfach rein hören und mitschwimmen auf der Welle der Band..
Was waren das für Zeiten..!!
Ewige Dunkelheit....
5 Punkte 5 von 5 Punkten
...umhüllt dieses Album wie ein Leichentuch. Joy Division Sänger und Teilzeit-Gitarrist Ian Curtis weilte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von "Closer" im Frühsommer 1980 schon nicht mehr unter den Lebenden. Leider. Der begnadete Lyriker (mann kann ihn auch ohne Weiteres als Dichter bezeichnen) erhängte sich kurz vor Beginn der US-Tour von Joy Division. Eine schwere Krankheit in Form der Epilesie hatten den hochbegabten Sänger in ein psychisches Wrack verwandelt und ihm mit nur 23 Jahren zum Freitod getrieben. "Closer" ist die musikalischen Hinterlassenschaft Joy Divisions, wohl aber zum größten Teil die der Privatperson Ian Curtis. Natürlich liest sich das Wort "autobiograpisch" für die Beschreibung eines Albums immer mit sehr viel Vorsicht. Doch in diesem Fall fällt mir kein Begriff ein, der es im Nachhinein passender auf den Punkt bringt. Ian Curtis singt von Isolation, Selbsthaß, Entäuschung, Schmerz und eben der ewige Ruhe, gespickt von Zeilen die im Nachhinein Hilferufe einer sich auflösenden Seele waren. Und das in einer schonungslos ehrlichen Art, wie es die wenigsten Menschen wohl auf Anhieb verdauen werden. Labile Menschen sollten dieses Album mit Vorsicht genießen. Ob das Album dunkel ist? Oh ja, es ist tiefschwarz und ist meiner Meinung nach vollkommen referenzfrei. Vor und nach "Closer" kam nicht mehr was in Sachen Düsternis und lyrischer Genialität an dieses Album herankommen kann. Auch wurden Genres (Gothic/Dark Wave) und unzählige Bands von dem Sound Joy Divions und der Person Ian Curtis geprägt (im speziellen wohl The Cure in den Achtziger). Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen das "Closer" ein absolutes Meisterwerk ist und wohl Pflichtlektüre in jeder halbwegs gut ausgebauten Plattensammlung sein sollte
Joy Divisions künstlerisches Vermächtnis
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Erst als es die Band nicht mehr gab, zogen die Plattenverkäufe plötzlich an. Im Juli 1980 erschien CLOSER im Großbritannien und schoss in die Charts, als die Nachfolger New Order gerade ihr erstes Konzert gaben. "Love Will Tear Us Apart", die Single, chartete ebenfalls, und UNKNOWN PLEASURES zog im Jahr eins nach Veröffentlichung ebenfalls nach. So makaber funktioniert das Showbiz: Erst Ian Curtis' Freitod in der Nacht zum 18. Mai desselben Jahres und ihre daraus resultierende Auflösung verschaffte der toten Band Ruhm und Ehre.

Noch vor dem Joy-Division Debüt UNKNOWN PLEASURES ist CLOSER das musikalische Vermächtnis der bahnbrechenden Postpunk-Band aus Manchester. Während der Aufnahmesessions im März 1980 soll nur Annike Honorè, Curtis' belgische Geliebte, die ganze Tragweite der finsteren Absichten des Sängers begriffen haben. Was im Gothic-Rock eher einer provokativen Theatralik diente, war bei Joy Division wohl bitterer Ernst. Über allen weltverlorenen Zeilen, die Curtis für CLOSER zu Papier brachte, schwebt wie ein Fanal die in "Isolation" formulierte erschütternde Erkenntnis: "I'm ashamed of the person I am". In Ian Curtis' semiautistischer Gedankenwelt bleibt das Du unerreichbar: "I put my trust in you", singt er grimmig in "A Means To An End", dabei verrät die Wankelmütigkeit seiner Stimme Hoffnungslosigkeit. "Got to find my destiny before it gets too late": Wie das meiste der Lyrics auf CLOSER bleibt auch die verstörende Schlusszeile aus Twenty Four Hours" rätselhaft. Verrät sie eine Spur von Hoffnung, und sollte "some therapy" Curtis' von Epilepsie geschüttelte Gesundheit doch noch einrenken? Oder beabsichtigte der Sänger, die durch seine Ehekrise eingetretene Verschärfung seines Leidens - "the crisis I knew had to come" ("Passover") - aus tiefer Überzeugung im Suizid zu beenden, "deep in the heart of where sympathy held sway"?

Bei aller autobiographischen Tragik lässt sich CLOSER auch jenseits von Anthony Corbijns Film-Biographie "Control" begreifen: als ein universelles Stück Musik. CLOSER erzählt nicht nur von moderner Entfremdung - es klingt auch noch so. Natürlich nicht zuletzt dank Martin Hannetts bahnbrechenden Geniestreichen an den Regiereglern, die Bernard Albrechts (g), Peter Hooks (b) und Stephen Morris' (dr) kalte Beiträge noch eisiger klingen ließen: der Zahnbohrer-Gitarrensound auf "Atrocity Exhibition", der unerbittliche Beat von "Heart And Soul", die synthetischen Drums auf "The Eternal". CLOSER, obwohl mit seinen zeitlosen Elektrosounds stilistisch weit versierter als das monolithische UNKNOWN PLEASURES, ist wie sein Vorgänger perfekte Schwarzweißmalerei ohne Zwischentöne. Sämtliche Subtilitäten - es mangelt nicht daran - dienen einzig dem Zweck, den inhärenten Ausdruck an Verlorenheit musikalisch zu perfektionieren: der an die Krautrocker Can (wichtige Inspirationsquelle) gemahnende tribal beat des Openers, die raffinierte Laut-Leise-Dynamik von "Twenty Four Hours", Peter Hooks seltsames Bassgeschrammel auf "Passover", der sachte polyrhythmische Beginn von "Decades". Raffinesse in hochexpressivem Minimalismus, von dem sich ruhig weitere Dutzend Beispiele nennen ließen.

Außerirdische Kälte klang nie menschlicher als auf den naiv-genialen Prä-Industrialsounds von CLOSER. Der amerikanische All Music Guide fasst die Größe von CLOSER bemerkenswert zusammen: "Egal wie man Rockmusik definiert: Selten wirkt und klingt sie so bedeutend, so lebendig, so unwiderstehlich und unleugbar wie hier".
Joy Division - Closer
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Joy Division sind leider längst tot. Die Band starb 1980 mit dem Selbstmord des charismatischen Leadsängers Ian Curtis der sich, kurz nach Beendigung und einige Monate vor der Veröffentlichung des Meilensteins "Closer" erhängte. Ihre Musik jedoch konserviert einem kleinen Hörerkreis immer noch die Stimmung der ausgehenden 70er Jahre, in denen es überraschenderweise NICHT nur Bombast-Rock und freie Liebe gab. Schwarz ist diese Platte, durch und durch. Streckenweise absolut furchteregend, kalt und demzufolge auch nicht unbedingt für labile Seelen gedacht.
Dass Joy Division zu den Heroen der düsteren Musik gehören, ist unbestritten. Dies bestätigen auch immer wieder Umfragen unter Szene-unabhängigen Musikjournalisten: "Closer" ist eine der besten Scheiben der letzten Jahrzehnte. Der Vergleich zu anderen Grössen der Szene wie Depeche Mode oder The Cure fällt jedoch schwer. Joy Division zeigten in ihrem musikalischen Gesamtwerk die viel schwärzeren Bereiche und Abgründe der menschlichen Seele, untrennbar verbunden mit dem charismatischen Ian Curtis. Curtis prägte die Musik von Joy Division sowohl thematisch als auch durch seinen durchdringenden, kalten Gesangsstil. Hoffnung- und Perspektivlosigkeit spiegelte sich immer wieder in seiner selbst. So wird "Closer" zu einer Reise in die Untiefen, in die Abgründe der menschlichen Seele.
"Isolation" und Konfusion zieht sich wie ein roter Faden durch die Songs, untermalt von der minimalistischen und tiefdüsteren Atmosphäre der elgischen Kompositionen. Es ist schwer, sich der Faszination zu entziehen, wenn einmal der Zugang zur Grundstimmung des Albums gefunden ist. Joy Division zeigen gnadenlos die Ziel- und Rastlosigkeit des alltäglichen Lebens auf, ohne in gängige Klischees zu verfallen. Zu Anfang ist es ziemlich schwer mit den wirklich arg depressiven Botschaften der Band umzugehn. Geradezu lebenslustige Menschen werden demnach auch nich den Sinn dieses Meisterwerks entschlüsseln können.
Generelle Hörtipps kann und will ich bei diesem Album nicht geben, da es auch ohne eine, in den meisten Fällen, nicht vorhandene Verknüpfung der einzelnen Stücke, wie eine einzige mörderisch depressive Komposition klingt.
Skippen verboten!!!
In jedem Falle ist "Closer" nicht zur beiläufigen Beschallung geeignet. Zu intensiv ist die Musik, und zu wertvoll.
Zum Abschluss möchte ich noch den Erstling "Unknown Pleasures" empfehlen, der für viele Fans immer noch als Zenit dieser Band steht. Ich mag beide sehr gerne, doch verbinde ich mit "Closer" noch einige Dinge die über den Musikalischen Bereich hinausgehn ...
eine knappe Stunde Trance Zustand
5 Punkte 5 von 5 Punkten
Dieses kultige Machwerk ist nichts für schwache Nerven.2 Flaschen Bier und eine Stunde in Zweisamkeit mit diesem Psychedelischen Meisterwerk lassen selbst den härtesten Rocker in die Knie gehen.
Closer lässt sich mit Pornography von The Cure vergleichen,jedoch sanfter und melodischer.
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